Friedenstaube
Saal des militärischen Ruhms, Wolgograd, Зал воинской славы, Волгоград
In harten, schrecklichen Stunden sind wir gefallen.
Uns war nicht die Möglichkeit gegeben in dieser Welt zu leben. 
Lebende, denkt an uns und sorgt dafür,
dass ewiger Friede wird auf dieser Erde.

(Gedenkspruch auf dem deutschen Soldatenfriedhof Rossoschka/RF)
Мы родились в ужасное, тяжёлое время.
У нас не было возможности остаться и жить в этом мире.
Живи, помни о нас и будь уверен, что на этой земле настанет
вечный мир!
(Мемориал на немецком военном кладбище Россошка/РФ)
D-RU-schba Kranz_Friedenstour      2020     Д-РУ-шба похоронный венок мирный тур

18. Juni Nizhnii Tagil + Nevjansk
19. Juni Ekaterinburg
20. Juni Ufa
21. Juni Samara
22. Juni Saratov
23. Juni Kamyshin
24. Juni Wolgograd + Bingi
25. Juni Borissoglebsk
26. Juni Woronesch
27. Juni Kursk + Orjol
28. Juni Tula
29. Juni Wladimir + Susdal
30. Juni Dserschinsk + Nischni Novgorod
01. Juli Tscheboksary
02. Juli Kasan
03. Juli Ischevsk
04. Juli Perm

18. июнь Нижний Тагил + Невьянск
19. июнь Екатеринбург
20. июнь Уфа
21. июнь Самара
22. июнь Саратов
23. июнь Камышин
24. июнь Волгоград + Биньгы
25. июнь Борисоглебск
26. июнь Воронеж
27. июнь Курск + Орёл
28. июнь Тула
29. июнь Владимир + Суздаль
30. июнь Дзержи́нск + Нижний Новгород
01. июль Чебокса́ры
02. июль Казан
03. июль Ижевск
04. июль Пермь
stern

Ab dem 18. Juni 2020 fährt stefan semken aus Deutschland, anläßlich des 75-jährigen Sieges der Roten Armee über den Faschismus eine Tour mit seinem Auto durch West-Russland und wird für seine Familie und Freunde aus 7 Nationen (Deutschland, Österreich, Ungarn, Italien, Rumänien, Finnland und Spanien) Trauerkränze in oben genannten Städten niederlegen.

1945 – 2020
Nie wieder Krieg
Wir gedenken der unzähligen Opfer
Frieden | Freundschaft

С 18 июня 2020 года я, Штефан Земкен, гражданин Германии, на своей машине отправляюсь в тур по европейской части России, посвященный 75-летию Победы Советской Армии.
По поручению моей семьи и друзей из 7 стран
(Германия, Австрия, Венгрия, Италия, Румыния, Финляндия и Испания).


1945 – 2020
НЕТ ВОЙНЕ
Мы чтим память бесчисленных жертв
МИР | ДРУЖБА

3. Juli 2020 Ischewsk

Ischewsk / Ижевск,
Ischewsk ist seit 1921 die Hauptstadt der Republik Udmurtien und hat 627.734 Einwohner. Der Ort entstand 1760 als Arbeitersiedlung unter dem Namen Ischewski sawod am Ufer der Isch, einem Nebenflusses der Kama. 1918 erhielt er die Stadtrechte und seinen heutigen Namen. Zu Ehren des 1984 verstorbenen Marschalls Dmitri Ustinow hieß sie von 1984 bis 1987 vorübergehend Ustinow (Устинов).

Die gute Wasserversorgung und die naheliegenden Eisenerzvorkommen prädestinierten Ischewsk für die Eisenproduktion und unter Zar Alexander I. wurde 1775 eine Waffenfabrik errichtet. Zu diesem Zweck wurden auch Fachkräfte aus Deutschland, Dänemark und Schweden sowie Bergleuteaus dem Ural rekrutiert. Und so kam es, dass 1807 der Deutsche Friedrich Poppe zum Hauptwaffenmeister ernannt wurde. Die Stadt ist auch heute noch durch die Waffenindustrie geprägt. Sie gilt neben Tula, als die „Waffenschmiede Russlands“. Der prominente russische Waffenkonstrukteur Michail Kalaschnikow lebte hier bis zu seinem Tod.

Besonders bekannt sind die Ischmasch-Maschinenwerke. Sie entstanden im Zweiten Weltkrieg und sind die Zusammenlegung von Teilen von Fabriken, die aus dem Westen der Sowjetunion hierher verlegt wurden. Hauptsächlich produzierte sie Kleinwaffen und Autos. 1946 wurden in den Ischmasch-Werken die im sächsischen Zschopau demontierten Motorrad-Fertigungsanlagen des DKW-Werkes wieder aufgebaut. Auf der Grundlage der DKW wurden dann die Isch-Motorräder gefertigt. Die Produktion ist seit Jahren eingestellt, aber die Motorräder sind noch zahlreich auf russischen Straßen sichtbar. Seit 2015 wird in Ischewsk der Lada Vesta gebaut. Darüber hinaus gibt es noch mehrere große Industriebetriebe.

Die Hauptstadt Udmurtiens verfügt über zahlreiche allgemeinbildende Schulen und fünf Hochschulen. Außerdem gibt es eine medizinische und eine landwirtschaftliche Akademie sowie mehrere Berufsschulen. Die Stadt besitzt rund 30 Bibliotheken. Die größte Bibliothek in Ischewsk und der ganzen Region ist die Nationale Bibliothek der Republik Udmurtien. Sie wurde im Jahr 1918 gegründet.

Besondere Bauwerke sind die Sankt-Michaels-Kathedrale, der Sendeturm Pesotschnaja oder das Monument der Freundschaft. Die Besonderheit des Sendeturms sind sechs Querträger, die auf zwei Ebenen eingezogen sind und dem Bauwerk ein markantes Aussehen verleihen. Das Monument der russisch-udmurtischen Freundschaft aus dem Jahr 1972 wurde anlässlich des 400. Jahrestages des freiwilligen Beitritts Udmurtiens zu Russland errichtet. Aufgrund seiner optischen Ähnlichkeit mit zwei Skiern wird es von den Stadtbewohnern häufig „Skier der Kulakowa“ genannt. Erinnert wird damit an die berühmte udmurtische Skilangläuferin Galina Kulakowa. Die 1915 fertig gestellte Erzengel-Michael-Kathedrale wurde auf Initiative der Atheisten im Jahr 1937 abgerissen. Zur Feier der 200-jährigen Waffenproduktion wurde sie 2007 jedoch wiedererrichtet.
Eine weitere Besonderheit ist das Tatarenviertel. Es ist größtenteils noch mit traditionellen russischen Holzhäusern in Blockbauweise bebaut. Dazu findet man eine Moschee, denn die Republik Udmurtien grenzt an die  Republik Tatarstan und bildet die nördliche Grenze zum islamischen Glauben in Russland.

1. Juli 2020 Kasan

Kasan / Казань
Die Hauptstadt der autonomen Teilrepublik Tatarstan ist eine der „asiatischsten“ Städte Russlands und eines der schönsten Reiseziele entlang der Wolga. Die Bevölkerung besteht je etwa zur Hälfte aus Russen und Tataren. In der großen Altstadt sind noch viele Bürgerhäuser, Kirchen und Moscheen aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten.
Im Mittelalter war Kasan die blühende Hauptstadt des Tataren-Khanats, die von den Truppen Iwans des Schrecklichen aber vollständig zerstört wurde. Wahrzeichen der Stadt und Legenden zufolge ist das einzige Gebäude, das die Eroberung der Stadt durch die Russen überstand, der Sujumbeke-Turm im Kasaner Kreml, der in seiner Schiefheit dem von Pisa nicht viel nachsteht. Kasan hat heute über eine Million Einwohner und hat etliche Museen und Theater. Im Vorfeld der 1000-Jahrfeier von 2005 wurde die Stadt sehr renoviert. Es entstand eine Fußgängerzone und eine erste Metrolinie.

Kasan ist bekannt als Heimat des führenden russischen Hockeyclubs Ak Bars. 2008 holten zudem die Kicker von Rubin die russische Fußballmeisterschaft. 2013 fand in der sportlichen Wolga-Metropole die Universiade statt, Schauplatz der Weltsportspiele für Studenten. Einige der Spiele der Fussball-WM wurden in der Kasan-Arena ausgetragen.
Zwar ist Kasan eine Millionenstadt, doch das Zentrum mit den Hauptsehenswürdigkeiten ist relativ kompakt und kann größtenteils zu Fuß erkundet werden. Historisch war die Stadt im Verlauf mehrerer Jahrhunderte durch den Wolga-Zufluss Bulak in zwei Teile geteilt, eine russische Ober- und eine tatarische Unterstadt.


Kasaner Kreml

Beeindruckend ist der Kasaner Kreml. Auf dem Gelände befand sich einst die Residenz des Khans und damit das Zentrum des Tatarenreichs. Der Herrscherpalast wurde von den Truppen Iwans des Schrecklichen dem Erdboden gleichgemacht. Alle Gebäude des Kasaner Kremls stammen aus der Zeit nach der russischen Eroberung. Außer dem Sujumbeki-Turm befinden sich im Kreml auch die 1556-1562 erbaute majestätische Verkündigungs-Kathedrale, die älteste orthodoxe Kathedrale im mittleren Wolgagebiet, und der Amtssitz des tatarischen Präsidenten.

Erst seit wenigen Jahren wird das gesamte Ensemble von der neu erbauten Kul-Scherif-Moschee überragt. Das Gotteshaus mit seinen vier Minaretten hebt sich in Größe und Baustil deutlich von allen anderen Moscheen der Stadt ab und entspricht angeblich einem gleichnamigen Bau aus der vorrussischen Zeit. Südöstlich des Kremls beeindruckt vor allem die im Barock-Stil erbaute orthodoxe Peter-Paul-Kathedrale, die an einen Besuch von Zar Peter dem Großen in der Wolgastadt erinnern soll. Die bunt verzierte Kirche befindet sich in der Uliza Mussy Dschalil. Die wichtigste Einkaufsstraße von Kasan ist die Fußgängerzone Uliza Baumana. Hier befinden sich viele Restaurants und Cafés, Buch- und Andenkenläden und der erste tatarische McDonalds. Neben dem Glockenturm der Erscheinungskirche und unweit des Hotels „Tatarstan“ erinnert ein Denkmal an den Opernsänger Fjodor Schaljapin, der aus Kasan stammte.

30. Juni 2020 Nischni Novgorod

Nischni Novgorod / Нижний Новгород

Mit ca. 1,5 Millionen Einwohnern liegt Russlands fünftgrößte Stadt am Zusammenfluss von Oka und Wolga und ist die Schmiede an der Wolga, ein bedeutendes Industriezentrum und eine wichtige Universitätsstadt. Im GAS-Automobilwerk, abgekürzt von Gorkowski Awtomobilny Sawod laufen PKW vom Typ Wolga sowie die Gazelle-Kleintransporter und Sammeltaxis vom Band. Danebrn gibt es die Flugzeugwerft, in der nach wie vor MiG Flugzeuge gebaut werden. Mikojan-Gurewitsch, russisch МиГ / MiG, heute Russian Aircraft Corporation (RAC) MiG ist ein Militärflugzeughersteller, spezialisiert auf die Entwicklung und Produktion von Jagdflugzeugen. Seit Ende 2006 gehört das Unternehmen zum neu gegründeten russischen Luftfahrtkonsortium OAK, das aus den größten Flugzeugherstellern Russlands, Suchoi, Mikojan-Gurewitsch, Tupolew, Iljuschin und IRKUT (Berijew und Jakowlew) besteht.

Das OKB Experimental-Konstruktionsbüro unter der Leitung des Armeniers Artjom Iwanowitsch Mikojan und des Ukrainers Michail Iossifowitsch Gurewitsch ging am 25. Dezember 1939 per Regierungsdekret in der Moskauer Flugzeugfabrik Nr. 1 aus dem Konstruktionsbüro unter der Leitung von Nikolai Polikarpow hervor. Das Kürzel MiG bedeutet „Mikojan und Gurewitsch“, wobei das mittlere i das russische Wort für „und“ ist.
Die Serienproduktion des ersten Flugzeugs, der MiG-1 begann ab 1941 und wurde noch im selben Jahr wegen der Bedrohung Moskaus durch die deutschen Truppen nach Kuibyschew verlegt, ins heutige Samara. Zehntausende MiG-Militärflugzeuge wurden hier während des Zweiten Weltkrieges und danach produziert. Dabei handelt es sich bei dem Akronym MiG um ein Wortspiel – russisches Wort für Augenblick oder Moment.
Dazu kommt die Schiffswerft „Krasnoje Sormowo”, die u.a. U-Boote der Kilo-Klasse baut.

Die Altstadt von Nischni Nowgorod liegt auf dem hohen rechten Wolga-Ufer, an dem eine beeindruckende und zu Spaziergängen einladende Uferpromenade entlangführt. Über der Stadt thront ein eindrucksvoller Kreml. „Nischni“, wie die Stadt zärtlich von ihren Einwohnern genannt wird, ist auch die Heimatstadt des Sowjetdichters Maxim Gorki, nach dem die Stadt von 1932 bis 1991 benannt war. Erst seit dem Ende der Sowjetzeit dürfen Ausländer in die Stadt reisen.

Die Stadt wurde 1221 von Juri II. Wsewolodowitsch, dem Großfürsten von Wladimir, am Zusammenfluss der beiden wichtigsten Flüsse seines Reiches, der Wolga und der Oka, gegründet. Die wörtliche Übersetzung von Nischni Nowgorod lautet „Untere Neustadt”, um sie von dem älteren und nördlicher gelegenen (Groß-) Nowgorod zu unterscheiden. Wie Moskau und Twer, gehörte Nischni Nowgorod zu jenen neu gegründeten Städten, die aufgrund ihrer damaligen Bedeutungslosigkeit der Verwüstung durch die Mongolen entgingen.

In der Zeit der Herrschaft der Goldenen Horde vom 13.-15. Jahrhundert, des sog. „Tatarenjochs”, entwickelte sich Nischni Nowgorod dann aber zu einem wichtigen politischen Zentrum. Die Bedeutung der Stadt nahm weiter zu, nachdem es 1350 zur Hauptstadt des Fürstentums Susdal erklärt worden war. Nischni Nowgorod wurde von den Moskowitern vor allem als wichtige Festung bei ihren Kriegen gegen die Kasaner Tataren angesehen. Der gewaltige Kreml aus rotem Ziegelstein, eine der mächtigsten und ältesten erhaltenen russischen Festungen, wurde in den Jahren von 1508 bis 1511 unter der Anleitung von „Peter dem Italiener” errichtet. Als die Tataren die Festung 1520 und 1536 belagerten, erwies sie sich als stark genug und hielt den Angriffen stand.
1612 vertrieb eine Volkswehr, die vom Nischni-Nowgoroder Kaufmann Kusma Minin aufgestellt worden war und vom Fürsten Dmitri Posharski angeführt wurde, die polnischen Truppen aus Moskau und beendete damit die so genannte „Zeit der Wirren“. Die Gebeine Minins liegen im Nischni Nowgoroder Kreml.

Im Verlauf des 17. Jahrhunderts erlebte die Stadt eine wirtschaftliche Blüte und wurde von den Stroganows, einer der reichsten Kaufmannsfamilien Russlands, als Stützpunkt und Niederlassung für ihre Unternehmungen gewählt. Um 1850 entwickelte sie sich zur Drehscheibe des russischen Handels und später zu einer Industrie-Metropole. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Stadt eines der wichtigsten Industriezentren des Landes. Das trostlose Leben des Proletariats in dieser Stadt wird in den Romanen von Maxim Gorki, der in Nischni Nowgorod geboren wurde, realistisch beschrieben. Eine berühmte Redensart, die Nischni Nowgorods Bedeutung als Handelsstadt widerspiegelt, lautet: ‘Moskau ist das Herz Russlands, Petersburg der Kopf und Nischni Nowgorod seine Tasche‘.
Nachdem Maxim Gorki offiziell als proletarischer Schriftsteller anerkannt worden war, wurde die Stadt 1932 in Gorki / Горький umbenannt. Erst nach der politischen Wende erhielt sie 1990 ihren alten Namen zurück. In den 1930er Jahren erhielt Gorki den Status einer „geschlossenen Stadt”, die von Ausländern nicht besucht werden durfte. Grund waren die hier ansässigen Rüstungsbetriebe. Erst 1991 wurde die Stadt wieder für Besucher geöffnet.

Während des Zweiten Weltkrieges stieg die Stadt zum größten Rüstungsstandort des Landes auf. 1941 wurden am Stadtrand Panzersperren errichtet und die Produktion von Rüstungsgütern erweitert. Auch Munition und die bekannten Katjuscha-Raketen „Stalin-Orgeln“ wurden nun hier produziert. Bis 1945 flog die deutsche Luftwaffe 47 Angriffe auf die Stadt, um die Rüstungsbetriebe zu zerstören.

Von 1980 bis 1986 war die Stadt der Verbannungsort des Atomphysikers Andrei Sacharow. Sacharow war beim kommunistischen Regime in Ungnade gefallen, nachdem er sich gegen den Einzug der sowjetischen Truppen in Afghanistan ausgesprochen hatte. Er wurde aus Moskau ausgewiesen und lebte in Gorki in einer Plattenbausiedlung unter ständiger Überwachung durch den KGB. 1986 bekam er von Michail Gorbatschow die Erlaubnis, nach Moskau zurückzukehren. Die Wohnung, in der er damals lebte, kann heute als Sacharow-Museum besichtigt werden. Bereits in der Zeit der Perestroika und bis in die 1990er Jahre hinein galt die Stadt als Vorreiter marktwirtschaftlicher Reformen. Während andere Regionen Russlands noch am alten System festhielten, zeigte man sich hier besonders fortschrittlich. Scheinbar endlos ziehen sich die Industriebetriebe und die Vororte Nischni Nowgorods hin, bis wir unser Hotel erreichen. Nischni Nowgorod liegt an der Strecke der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Wladiwostok. Der Hauptbahnhof heißt Moskauer Bahnhof / Gorkii Moskovskii Wokzal.

Vom Hafen der Stadt ist auch Schifffahrt auf der Wolga in Richtung Kaspisches Meer, Ostsee, Weißes Meer, Schwarzes Meer und Asowsches Meer möglich. Unter Kunstinteressierten wird Nischni Nowgorod als Architektur-Mekka Russlands bezeichnet. Das kommt daher, dass es hier ein besonders sehenswertes Ensemble aus einer prächtigen historischen Altstadt und einer Vielzahl architektonisch interessanter moderner Bauten gibt. So ist Nischni Nowgorod ein einzigartiges Prunkstück in Russland. Der Nischni Nowgoroder Kreml ist das historische Zentrum der Stadt. Der Bau begann 1501 mit dem Iwanowskaja-Turm. Weitere Baumaßnahmen wurden 1515 abgeschlossen. Unterhalb des Kremls befindet sich ein Aussichtspunkt am Zusammenfluss der Oka und der Wolga. In der Altstadt lässt sich eine Vielzahl von Bauwerken aller Stilepochen vom 17. Jahrhundert bis in die Neuzeit finden.

30. Juni 2020 Dserschinsk

Dserschinsk / Дзержинск

Die Großstadt am Fluss Oka unweit von Nischni Nowgorod hat etwa 241.000 Einwohner. Sie wurde 1920 gegründet und hieß zunächst Rastjapino / Растя́пино, 1929 wurde sie nach dem Bolschewiken und Gründer der Tscheka, Felix Dserschinski, in Dserschinsk umbenannt. 1930 gab die sowjetische Führung den Befehl, am Ort der Siedlung Rastjapino eine große Industriestadt anzulegen. Dserschinsk entwickelte sich zu einem der wichtigsten Chemie-Industriestandorte in der Sowjetunion, was mit enormen Umweltbelastungen verbunden war. Die Stadt wurde im Oktober 2006 von der Umweltorganisation Blacksmith Institute zu einem der am stärksten verseuchten Orte der Welt gewählt. Diese „Nominierung“ wurde 2007 und 2013 jeweils erneuert, da die Sanierung auf sich warten lässt. In Dserschinsk hätten Männer demnach eine Lebenserwartung von 42 Jahren und Frauen von 47 Jahren. Die Stadt war zur Zeit des Kalten Krieges ein Zentrum für die Herstellung der sowjetischen Chemiewaffen, darunter Sarin und Senfgas. Die dabei verwendeten Chemikalien wurden in einer Wasser führenden Bodenschicht abgelagert, die auch die Stadt mit Trinkwasser versorgt.

In der Nähe von Dserschinsk steht ein einzigartiger hyperbolischer NIGRES-Stromlei­tungsmast, der im Jahre 1929 vom russischen Ingenieur und Erfinder Wladimir Schuchow errichtet wurde. Dieser Stromleitungsmast ist ein 128 Meter hoher hyperbolischer Freileitungsmast am Oka-Ufer. Er wurde 1929 als einer von zwei gleichen Hochspannungs-leitungstürmen errichtet. Nach der Verlegung der Hochspannungsstrecke und dem Entfernen der Leitungen waren die Masten seit 1989 ohne Funktion. Vier kleinere Zuführungsmasten wurden entfernt.  Dann wurde auch im März 2005 einer der beiden verbliebenen großen Masten abgerissen. Obwohl die beiden großen Masten die Last der Stromleitungskabel zu tragen hatten, sind sie leichter und feinteiliger konstruiert als der Schuchow-Radioturm in Moskau. Die schrittweise Änderung der Gitterstruktur von unten nach oben folgt klareren Regeln.

29. Juni 2020 Wladimir

Wladimir – Rußland

Wladimir, Hauptstadt des gleichnamigen Gouvernements (vergleichbar mit einem Bundesland von der Größe Brandenburgs), liegt etwa 170 km nordöstlich von Moskau und 2.500 km von Erlangen entfernt, dessen Partnerstadt es ist.

Die Stadt zählt knapp 350.000 Einwohner und ist als ehemalige Hauptstadt der alten Rus, dem Großfürstentum Wladimir-Susdal, für Besucher der Städte am „Goldenen Ring“ von großem Interesse. Der Goldene Ring bezeichnet eine Reihe alter russischer Städte nordöstlich von Moskau.

Gemeinsam mit dem nur 30 km entfernten Susdal, der Partnerstadt von Rothenburg o.d.T., bietet das 995 gegründete Wladimir ein in Russland einmaliges Ensemble von Kirchen, Klöstern und weltlichen Bauten aus der Zeit zwischen dem 11. und 18. Jahrhundert., von denen viele unter dem Schutz der UNESCO stehen. Besonders eindrucksvoll sind die Fresken des Wandermönchs Andrej Rubljow in der Mariä-Entschlafens-Kathedrale und auch das architektonische Kleinod Mariä Schutz am Nerl.

Wladimir ist heute eine moderne Stadt mit einer Vielzahl von leistungsfähigen Instituten und wissenschaftlichen Einrichtungen, einer Pädagogischen und einer Polytechnischen Universität und einer reich strukturierten Wirtschaft, die nach allen Problemen der mittlerweile erfolgten Umstellung vom staatlichen auf den privaten Sektor nach Jahren des Niedergangs wieder Tritt gefasst hat und längst nicht mehr nur von fünf Großbetrieben geprägt wird. Den Bewohnern der Stadt und ihren Besuchern steht ein breites Angebot von kulturellen und sportlichen Einrichtungen – vom Schauspielhaus bis hin zum Stadion – zur Verfügung. Im Gegensatz zu den meisten anderen westrussischen Großstädten wird Wladimir nicht von der Industrie dominiert, sondern der wichtigste Wirtschaftszweig ist heute der Tourismus.

Symbol der Bürgerpartnerschaft zwischen Wladimir und Erlangen ist vor Ort das Erlangen-Haus, das neben dem Rathaus Wladimir als Anlaufstelle für sämtliche Kontakte genutzt wird. Die Verbindung zu Wladimir wurde im März 2002 von Bundespräsident Johannes Rau mit dem „1. Preis für Bürgerschaftliches Engagement in Russland“ ausgezeichnet.

28. Juni 2020 Tula

Tula / Ту́ла

Die Großstadt Tula / Ту́ла hat heute über 500.000 Einwohner und liegt knapp 200 km südlich von Moskau. Heute ist Tula eine bedeutende Industriestadt und eines der Zentren der russischen Rüstungsindustrie. Die erste urkundliche Erwähnung Tulas stammt aus der Mitte des12. Jahrhunderts und hat zahlreichen historische Bauwerke, darunter der Kreml aus dem frühen 16. Jahrhundert. 1778 wurde hier in einer Manufaktur der erste Samowar geschaffen, der im Laufe der folgenden Jahrzehnte zu einem Exportschlager der Stadt wurde. Der Samowar „Selbstkocher“, ist eine ursprünglich russische Teemaschine, ein Heißwasserbereiter. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde die Samowarproduktion aus Tula russlandweit so bekannt, dass ein bis heute gängiges Sprichwort entstand „mit eigenem Samowar nach Tula fahren“, was sinngemäß der Redewendung „eine Eule nach Athen tragen“ entspricht, also etwas Überflüssiges tun. Bekannt sind auch die Produktionen von Akkordeons und von Tulaer Prjaniki, der russischen Variante der Lebkuchen.

 

Während des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg war Tula im Oktober 1941 Angriffsziel der Heeresgruppe Mitte unter Leitung des Generals Guderian, der zuvor Brjansk und das 180 km südlich von Tula gelegene Orjol auf seinem Weg nach Moskau einnehmen konnte. Es kam nun zur Schlacht um Tula, die vom 24. Oktober bis 5. Dezember 1941 dauerte. Erst nach 45 Tagen erbitterter Kämpfe und verlustreicher Kämpfe mit erheblichen Zerstörungen in Tula gelang es der Roten Armee die deutschen Truppen in einer Gegenoffensive zurückzuschlagen. Durch eine schnelle Evakuierung der Rüstungsfabrik konnten größere Schäden für die Rote Armee verhindert werden. Dafür und für die erfolgreiche Verteidigung Tulas wurde der Stadt 1976 der Ehrentitel einer Heldenstadt verliehen. An die Verteidiger der Stadt im Zweiten Weltkrieg erinnert im Zentrum Tulas heute am Ploschtschad Pobedy, dem Siegesplatz, ein Mahnmal mit ewiger Flamme.

27. Juni 2020 Orjol

Orjol / Орёл

deutsch auch Orel, wörtlich „Adler“ liegt an der Oka und hat etwa 318.000 Einwohner. Die Stadt wurde 1566 als Wehrsiedlung am Handelsweg Moskau-Kiew an der damaligen Südgrenze des Moskauer Reiches gegründet. 1611 wurde sie während des Polnisch-Russischen Krieges von den Polen verwüstet und wiederaufgebaut. Mit dem Wachsen des Russischen Reiches verlor die Festung ihre Bedeutung.

Die Stadt Orjol liegt inmitten des fruchtbaren Schwarzerdegebietes und wandelte sich von einer Festungsstadt zu einem Zentrum des Getreideanbaus. Im 19. Jahrhundert wurden Eisenbahnen und Straßen errichtet, und Orjol versorgte Moskau mit Weizen und Mehl. Die Industrialisierung setzte erst während der Sowjetzeit ein.

Das Zentralgefängnis von Orjol wurde 1840 erbaut. Es wurde im Jahr 1840 erbaut, zählt zu den ältesten Gebäuden der Stadt und war eines der größten Gefängnisse im zaristischen Russland. 1941 wurde das Gefängnis als Isolationsgefängnis für mindestens 5.000 politische Gefangene verwendet. Am 11. September 1941 wurden vor dem Rückzug der Roten Armee auf Befehl Josef Stalins 157 Gefangene durch NKWD-Sondereinheiten im Medwedewer Wald bei Orjol getötet, unter ihnen Olga Kamenewa, die Witwe von Lew Kamenew, dem Politiker der ersten Stunde, der „Steinerne“ genannt und Schwester von Leo Trotzki, Marija Spiridonowa, die Sozialrevolutionärin und Politikerin, die 1922 als erste Frau in den Obersten Sowjet der UdSSR gewählt wurde und der deutsche Journalist und KPD Politiker Erich Birkenhauer.

Eine Woche später wurde die Stadt von der deutschen Wehrmacht besetzt und das Gefängnis in ein Konzentrationslager umgewandelt, das von Oktober 1941 bis Juni 1943 genutzt wurde. Nach der Rückeroberung durch die Rote Armee wurde das Gefängnis nach als Kriegsgefangenenlager genutzt. Die Bedingungen für die Gefangenen waren weiter unmenschlich. So wurde z. B. der dort internierte General der Panzertruppe Dietrich von Saucken aufgrund seiner Unnachgiebigkeit von Untersuchungsbeamten des sowjetischen Ministeriums für Staatssicherheit so schwer misshandelt, dass er später auf einen Rollstuhl angewiesen war.

Im Zweiten Weltkrieg war Orjol von 1941 bis 1943 von deutschen Truppen besetzt. Im Juli 1943 lag sie im Kampffeld der „Schlacht im Kursker Frontbogen“, die als die größte Panzerschlacht aller Zeiten in die Geschichtsbücher einging. Am 5. August 1943 wurde die Stadt in der Orjoler Operation von der Roten Armee zurückerobert. Die Stadt wurde beim Rückzug der deutschen Truppen im Rahmen der Taktik der Verbrannten Erde vollständig vernichtet. In den Jahren nach 1945 wurden die Stadt wieder aufgebaut und zahlreiche Industriebetriebe gegründet. Die Stadt ist ein Standort der Metallindustrie und des Maschinenbaus sowie der Nahrungsmittelindustrie. Die Region ist geprägt durch Viehzucht und Milchwirtschaft. Daneben ist auch die Landwirtschaft von Bedeutung, da Orjol in der fruchtbaren Schwarzerderegion liegt.

Das neue Orjol ist auch ein Zentrum von Kulturaktivitäten mit mehreren Theatern. Oft werden Stücke von Iwan Turgenjew (1818-1883) gespielt, der dort geboren wurde. Sein in der Nähe der Stadt gelegenes Landgut ist Museum und kann besucht werden.

27. Juni 2020 Kursk

Kursk / Курск

Die Stadt, die vom Seim durchflossen wird, hat 415.000 Einwohner und liegt im fruchtbaren Schwarzerdegebiet. Kursk wurde etwa 980 als Festung der Kiewer Rus gegründet und 1032 das erste Mal urkundlich erwähnt. Die Stadt war ein befestigtes Handelszentrum, das im Laufe seiner Geschichte mehrfach angegriffen und auch wiederholt verwüstet wurde.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Kursk ein Knotenpunkt im neuen Eisenbahnnetz, was einen Industrialisierungsschub zur Folge hatte.

Während des Zweiten Weltkrieges war Kursk vom 4. November 1941 bis zum 8. Februar 1943 von der Wehrmacht besetzt. Während der Besatzung wurden ca. 3.000 Einwohner erschossen, etwa 10.000 wurden als Zwangsarbeiter ins Deutsche Reich verschleppt. Bekannt ist die Schlacht bei Kursk, auch als Schlacht am Kursker Bogen bekannt, im Juli und August 1943, die größte Panzerschlacht in der Geschichte der Kriegsführung.

Nach dem Krieg wurde die Stadt wieder aufgebaut und mit neuen Industriebetrieben versehen.

Heute ist Kursk eine bedeutende Verwaltungs- und Industriestadt. Die Eisenverarbeitung, die chemische und die Lebensmittelindustrie sind die wichtigsten Wirtschaftszweige. Daneben ist auch die Landwirtschaft von Bedeutung, da Kursk in der fruchtbaren Schwarzerderegion liegt.

 

Im Ort Besedino, 18 km östlich von Kursk, Richtung Woronesch, liegt die deutsche Kriegs-gräberstätte Kursk-Bessedino als Sammelfriedhof für etwa 26.070 Kriegstote der am 17. Oktober 2009 eingeweiht wurde. Nach Ende der Umbettungen sollen rund 40.000 Kriegsopfer hier bestattet sein.

26. Juni 2020 Woronesch

In Begleitung von Nadeschda und Olga lege ich in Woronesch zwei Kränze nieder. Der erste Kranz für die „Partnerstadt“ Landkreis Wesermarsch und unseren, der erstmals am Ende der Schleifen mit einem Betonstück aus dem Bunker Bremen-Farge zusammengeführt werden.

Die beiden waren von der Idee des Betonstücks so begeistert, dass sie ihn nach der Fotosession sofort wieder entfernt haben – er soll einen Platz im Heimatmuseum von Woronesch bekommen.

Woronesch / Воронеж

ist mit 890.000 Einwohnern die 14. größte Stadt Russlands und liegt etwas östlich der Mittelrussischen Platte oder auch Mittelrussischer Landrücken am Woronesch kurz vor dessen Mündung in den Don. Diese Region ist gekennzeichnet durch hügelige bis bergige Bereiche, in die sich bis zu 150 m tiefe Flusstäler eingegraben haben.

Der Name Woronesch wurde erstmals 1177 erwähnt. 1237 wurde die Stadt beim Einfall mongolisch-tatarischer Heerscharen zerstört. Auf dem heutigen Stadtgebiet von Woronesch wurde dann 1586 ein Ostrog errichtet, eine hölzerne Grenzfestung zum Schutz gegen die häufigen Einfälle von Krimtataren. Als Ort wurde der höchste Hügel am rechten Ufer des Flusses Woronesch gewählt. Von dort aus war die Ebene des linken Flussufers weithin überschaubar, weil von dort mit den Überfällen gerechnet wurde. Nachdem die Festung 1590 niedergebrannt worden war, errichtete man 1594 eine neue umfangreichere Festungsanlage, die auch im folgenden Jahrhundert noch bestand. Die erste schriftliche Erwähnung der Festung stammt aus dem Jahr 1615. Mitte des 17. Jahrhunderts verlor Woronesch mit der Verlagerung der Grenze des russischen Zarenreichs nach Süden seine militärische Bedeutung und galt nun als größtes Handelszentrum im russischen Schwarzerdegebiet.

Zar Peter der Große gründete 1696 in der Stadt eine Schiffswerft zum Aufbau der Asow-Flotte, der ersten russischen Flotte, die die Eroberung des osmanischen Asow ermöglichen sollte. In der Stadt entstanden neue Produktionsstätten: ein Kanonengusswerk, eine Tuchfabrik, eine Segeltuchfabrik, eine Seilfabrik und eine Lederfabrik. Die neu entstandene Flotte gelangte über die Flüsse Woronesch und Don über 1.000 Kilometer flussabwärts ins Asowsche und Schwarze Meer und unterstützte im zweiten der Asowfeldzüge die Eroberung der türkischen Festung Asow. Durch den Schiffsbau erhielt die kleine Siedlung Woronesch plötzlich politische Bedeutung, da Zar Peter häufig in der Stadt weilte, um beim Flottenbau mitzuwirken. Einige diplomatische Vertreter europäischer Staaten ließen sich in Woronesch nieder, und wie in Moskau gab es auch in Woronesch eine deutsche Vorstadt – Sloboda genannt. Als Sloboda – „die Freiheit bezeichnet man eine bäuerliche Siedlung im mittelalterlichen Russland, die sich in der Nähe einer Stadt bildete und in der die Einwohner von Frondienst befreit waren oder sich nur Freibauern ansiedeln durften. 1705 endete die Marine-Geschichte von Woronesch als der Umzug des Schiffbaus nach Tawrow vollzogen wurde und die Stadt erneut an Bedeutung verlor. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Woronesch 1350 Industrie-, Handwerks- und Handelsbetriebe. In den Jahren der ersten Fünfjahrpläne der Sowjetunion entstanden große Industriebetriebe.

Im Zweiten Weltkrieg war die Stadt 1942 bis 1943 nach der Woronesch-Woroschilowgrader Operation 212 Tage lang von der Wehrmacht besetzt und erlitt große Schäden. Am 25. Januar 1943 konnte die Stadt endgültig befreit werden. Etwa 30.000 der 350.000 Einwohner der Stadt kamen in dieser Zeit ums Leben oder wurden zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt. Über 90 % der Stadt wurden bis zur Befreiung der Stadt zerstört.

Als Mahnmal für den Frieden wurde etwa 40 km südwestlich von Woronesch an der P194 in Jemantscha eine Kriegsgräberstätte für 1.143 deutsche Soldaten aus den Jahren 1941-1945 angelegt. Die Namen sind auf drei Stelen aus Granit verzeichnet.

Nach dem Krieg wurde Woronesch wieder aufgebaut. Zwar wurden wichtige Architekturdenk-mäler, wie die Nikolski-Kirche und der Potemkin-Palast aus dem 18. Jahrhundert, rekonstruiert, der Großteil des Stadtzentrums wurde jedoch im Zuckerbäckerstil neu gestaltet. Heute ist Woronesch ein bedeutendes Zentrum der Industrie, Wissenschaft und Kultur Russlands. Durch Zuwanderung und Eingemeindung von Vororten wuchs die Einwohnerzahl bis 2016 auf über eine Million Menschen, die gesamte Agglomeration Woronesch hat heute eine Bevölkerungs-zahl von etwa 1,3 Millionen. Die Industriebetriebe der Stadt stellen unter anderen Werkzeug-maschinen, Bagger, Passagierflugzeuge, Bergbauausrüstung her. Außerdem hat sich Woronesch als wichtiges Bildungszentrum etabliert; in der Stadt existieren heute mehr als ein Dutzend Hochschulen, darunter sieben Universitäten, mit insgesamt zirka 80.000 Studierenden, von denen die Staatliche Universität Woronesch die Größte ist.

Woronesch hat in seinem Stadtbild verschiedene Architekturstile vom im Barockstil errichteten Gouverneurspalais bis Gebäuden im Stil des Klassizismus, ebenso Bauten des italienischen Architekts und Malers Giacomo Quarenghi. Nach seinen Entwürfen wurden teilweise bis heute erhaltene Herrenhäuser und Paläste unter anderem in Kursk, Surasch und Woronesch sowie im sibirischen Irkutsk errichtet. Überall in der Stadt gibt es Beispiele der verschiedensten Bauepochen, so auch den stalinistischen Zuckerbäckerstil bei den Theatern und dem Verwaltungsgebäude der Süd-Ost-Eisenbahn oder den Historismus und Jugendstil beim Bristol-Hotel aus dem frühen 20. Jahrhundert. In den 1980er Jahren planten und schufen litauische Maler das Puppentheater und verbanden dabei Architektur und Malerei. Es gibt eine Reihe sehenswerter orthodoxer Kirchen im klassisch-russischen Stil, wie die Mariä-Entschlafens-Kirche sowie zwei bekannte orthodoxe Klöster, darunter ein Höhlenkloster. In einem großen Freilandmuseum ist außerdem eine ausgegrabene altertümliche Siedlung der Alanen zu sehen, eines iranischen Reitervolkes. Rings um Woronesch herum gibt es daneben viele Relikte der Kurgankultur, deren Gemeinsamkeit in Bestattungen unter großen, aus Erde oder Steinen aufgeschütteten Grabhügeln besteht und andere interessante archäologische Objekte.

Heute ist Woronesch die größte Stadt der südwestrussischen Schwarzerderegion und eine der Kornkammern des Landes. Hier sind Betriebe der Maschinenbau-, Chemie- und Nahrungsmittelindustrie angesiedelt. Aus Woronesch stammen unter anderem die in Osteuropa noch weit verbreiteten Verkehrsflugzeugtypen Iljuschin Il-86 und Il-96. Auch Raketenantriebe, Fahrzeugreifen und landwirtschaftliche Geräte werden hier im großen Stil produziert. Um den Fabriken genug Wasser zur Verfügung stellen zu können, wurde 1972 ein künstlicher Stausee angelegt, der die Stadt seitdem in den eher industriell geprägten Teil auf dem linken Ufer und den älteren Teil am rechten Ufer teilt. Es wurde mit dem Bau eines Heizkernkraftwerks mit zwei Reaktoren des Typs AST-500 begonnen. Inzwischen wurde dieser aber eingestellt. In der südlich gelegenen Stadt Nowoworonesch gibt es die Kernkraftwerke Nowoworonesch sowie Nowoworonesch II.

Die Stadt Woronesch wurde aufgrund industriebedingter Verschmutzung im Volksmund auch „Sektor Gasa“ – Gazastreifen genannt. In einem Lied der in Woronesch beheimateten gleich-namigen Punkband heißt es, dass man dort nicht älter als 40 Jahre werde. Das ist vielleicht etwas übertrieben, aber das Stadtbild ist in der Tat in weiten Teilen außerhalb des Stadtkerns industriell geprägt und entsprechend stark verschmutzt.

25. Juni 2020 Borrisoglebsk

In BORISSOGLEBSK traf Stefan heute den Vorstand  des deutsch-russischen Freundeskreis und legte gemeinsam mit ihm den Kranz nieder. Der Freundeskreis pflegt eine enge Kooperation mit der Partnerstadt Delmenhors.

Borissoglebsk / Борисоглебск

ist eine Stadt mit 65.000 Einwohnern und nach Woronesch die zweitgrößte Stadt des Gebietes. Sie liegt am Südrand der Oka-Don-Ebene und ging aus einer Festung hervor, die zum Schutz vor Tataren errichtet worden war. Gegründet im 17. Jahrhundert, wurde sie den ersten Heiligen der russisch-orthodoxen Kirche, Boris und Gleb, geweiht. Auf Befehl von Zar Peter dem Großen wurde hier mit dem Bau einer Werft begonnen, an der später das reichlich vorhandene Holz im Schiffbau für die Kriegsflotte verwendet wurde. Die Lage nahe dem Chopjor-Fluss war hierfür günstig; über den Don kamen die Schiffe zum Asowschen Meer.

1923 wurde in Borissoglebsk eine Militärfliegerschule gegründet, zu deren Schülern auch später bekannte Piloten gehörten wie z. B. der Testflieger Waleri Tschkalow oder Wiktor Talalichinder,  Jagdflieger und Held der Sowjetunion . Auch Alexander Ruzkoi, der unter Jelzin Russlands Vizepräsident war, stammt aus dieser Stadt. Vom 19. bis 21. August 1991 (Augustputsch) organisierte Ruzkoi  an der Seite Jelzins und des Moskauer Bürgermeisters Popow die Verteidigung des Weißen Hauses . Das weiße Haus in Moskau ist der Sitz des Obersten Sowjets, vergleichbar dem Deutschen Bundestag.

Borissoglebsk war Schauplatz von Kämpfen während des Vormarsches der Wehrmacht auf Stalingrad, genauso wie bei Rückzugsgefechten.

24. Juni 2020 Wolgograd

Волгоград / Wolgograd

Wolgograd, bis 1925 Zarizyn, von 1925 bis 1961 Stalingrad, ist eine Großstadt mit über einer Million Einwohnern. Sie ist das administrative und wirtschaftliche Zentrum an der unteren Wolga und erstreckt sich heute über ca. 70 Km entlang des Flusses. Die Stadt hat eine sehr bewegte Geschichte. Seit dem 13. Jahrhundert war das Gebiet um Wolgograd von den Mongolen der „Goldenen Horde“ und Tataren besetzt und gehörte wechselnd zu den Khanaten Kazan oder Astrakhan. Gegen 1590 wurde hier eine russische Festung zum Schutz gegen Tataren und Donkosaken erbaut. Durch seine günstige Lage am westlichen Wolgaknie entwickelte sich der Ort zu einem Handels- und Wirtschaftszentrum an der unteren Wolga.

Von 1917 – 1920 tobten in Zarizyn Kämpfe infolge des Bürgerkriegs. Während dieser Zeit war hier Stalin als Armeekommissar tätig. Ihm zu Ehren wurde die Stadt 1925 in Stalingrad umbenannt.  Wolgograd-Stalingrad hat sich jedoch durch die hier tobende Schlacht zwischen deutschen und sowjetischen Truppen von Sommer 1942 bis Februar 1943 in das Gedächtnis der Menschheit geprägt. Hier wurde die 8. deutsche Armee unter General Paulus mit ca. 300.000 Soldaten eingekesselt und besiegt. Etwa 169.000 deutsche Soldaten fielen in diesen schweren Kämpfen, viele weitere starben in Gefangenschaft.  Auch viele Soldaten der Roten Armee ließen ihr Leben im Kampf um Stalingrad. Diese Schlacht brachte die Wende im Kriegsverlauf und leitete den Rückzug der deutschen Wehrmacht bis nach Berlin ein. Die Stadt wurde durch die Kämpfe vollständig zerstört und musste nach dem Krieg völlig neu aufgebaut werden. Die Stadt ist von der Architektur der 50er und 60er Jahre geprägt.  Deshalb ist das Stadtbild heute von einem Retro-„Sowjet Stil“ geprägt. Der ikonische Bahnhof ist dafür ein gutes Beispiel. Mit dem Mamajew-Kurgan entstand auf einem der stark umkämpften Hügel eines der größten Kriegsdenkmäler der Welt. Die Gedenkstätte wurde 1962 eröffnet und umfasst ein Areal von über 200 Hektar. Sie ist den sowjetischen Soldaten sowie den tapferen Zivilisten, Partisanen und Müttern gewidmet. Der Hügel wird gekrönt von einer Riesenfigur der „Mutter Heimat“, die 85 Meter hoch und ca. 8.000 Tonnen schwer ist. Nach Stalins Tod begann in Russland die Entstalinisierung. Stalingrad wurde zu Wolgograd umbenannt. Seit dem Krieg hat sich die Stadt zum Kulturzentrum Südrusslands entwickelt. Die Gegend hat wunderschöne Kirchen und Parks, nicht zuletzt Friedhöfe und Denkmäler. Immer wieder treffen wir beschädigte Gebäude aus der Schlacht von Stalingrad. Sie sind stumme Zeitzeugen der düsteren Tage. Das Berühmteste von ihnen ist das Pawlow-Haus. Es war ein in der Schlacht hart umkämpftes Gebäude und ist zum Wahrzeichen geworden. Daneben befindet sich das Panorama Museum. Dort gibt es eine umfangreiche Ausstellung zum Kampf um Stalingrad. Der Brunnen, dessen Original ursprünglich vor dem Hauptbahnhof stand, zeigt tanzende Kinder um ein Krokodil  – symbolisch für den Sieg über das Böse. Eine Kopie, von russischen Motorradfahrern gestiftet, steht seit 2013 von Präsident Putin eingeweiht, wieder am Originalplatz.

Denkort Bunker Valentin

Heute wurde der erste Gedenkstein zum Gedenken an den U-Bootbunker Valentin  niedergelegt.
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23. Juni 2020 Kamychin

Kamychin ist der Partner des Landkreises Märkisch-Oder. In dessen Namen hat Stefan heute einen Kranz abgelegt hat.

Камышин / Kamyschin  Das regionale Zentrum hat etwa 120.000 Einwohner und liegt am rechten Ufer der Wolga am Wolgograder Stausee auf halbem Wege zwischen Saratow und Wolgograd. Es hat eine erstaunlich gut erhaltene Atmosphäre einer vorrevolutionären Provinzstadt. Kamyschin wurde 1668 als Dorf gegründet und fungierte im 18. Jahrhundert zeitweise als Festung.

23. Juni 2020 Bingi

Parallel zu der Tour, die Stefan fährt, legte heute, am 23.06.20202, Olga Semken an dem gemeinsamen Wohnort in Bingi, einem Dorf im Ural, einen Kranz nieder.

22. Juni 2020 Saratov

21. Juni 2020 Samara

Schauen Sie sich hier den Videobericht zu Samara an. Der Bericht wird in einem separaten Fenster gezeigt.

20. Juni 2020 Ufa

Kranzniederlegung Ufa
Kranzniederlegung Ufa
Kranzniederlegung Ufa

19. Juni 2020 Ekaterinenburg

Ural Nachrichten
EIN DEUTSCHER STAATSBÜRGER UNTERNIMMT EINE UNVERGESSLICHE REISE FÜR DIE IM ZWEITEN WELTKRIEG GETÖTETEN
Kranzniederlegung Ekaterinenburg
Kranzniederlegung ekaterinenburg

18. Juni 2020 Nevjansk

Kranzniederlegung Newjansk
Kranzniederlegung Newjansk

18. Juni 2020 Nischnii Tagil

Heute startet anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung Russlands von der Nazi-Herrschaft meine persönliche Kranzniederlegung in insgesamt 19 russischen Städten.  Die Originaltour, die durch 40 Städte führen sollte und zu der sich zig begeisterte Motorradfahrer angemeldet hatten, wurde durch die Corona-Pandemie jäh gestoppt. Jürgen, Mitarbeiter bei Mottouren und mitverantwortlicher Planer der Tour, und  ich bedauern das sehr. Die Chance für eine Kranzniederlegung wie diese wird sich frühestens in fünf Jahren zum 80jährigen Jubiläum wieder bieten. Ob ich das noch einmal schaffe, weiß ich nicht. Darum bin ich froh und stolz, die Tour in diesem Jahr, auch unter den besonderen Bedingungen, durchführen zu können. Gleichzeitig bedanke ich mich bei allen, die das Vorhaben ideell wie materiell unterstützt haben.

Heute Nachmittag habe ich den ersten Kranz in Nischnii Tagil abgelegt. Zu der Zeremonie hatte ich Katja eingeladen. Sie stammt aus Tagil und ihr Großvater hat an der Schlacht um Berlin teilgenommen. „Nach dem Krieg war er in Berlin stationiert und hat ein Jahr lang gemeinsam mit Amerikanern und Engländern in einer Unterkunft gelebt. Sie haben zusammen ein Jahr lang gefeiert, hat mir mein Opa erzählt.“ sagt Katja. „Schade, dass heute so etwas nicht mehr möglich ist, obwohl wir doch „Frieden“ haben.“

 

Kranzniederlegung Tagil
Kranzniederlegung Tagil
Kranzniederlegung Tagil
Kranzniederlegung Newjansk

die Unterzeichner

Olga & stefan semken *Bremen & Bingi

Jürgen Grieschat *Pinneberg

MOTTOUREN *Hamburg

Deutsch-Russische Friedenstage e.V.*Bremen

Rotary Club Nymphenburg *München

Ulrike & Thomas Dökel *Bremen

Eberhard-Schöck-Stiftung *Baden-Baden

Jürgen von Reuss *Göttingen
(Architekt des D-Soldatenfriedhof Rossoschka)

Prof. Dr. Martin Sillem *Mannheim

Gabi & Rainer Rathje *Schenefeld

Arne B. *Dresden

Lions Club *Coburg Veste

Kolja Horsch *Darmstadt

Davide Basezzi Bergamo – Italien

Koch-Metschnikow-Forum e.V. *Berlin

Holger und Frank *Elmshorn

Klaus Dörner *Düsseldorf

C. Kröger *Hamburg

Gerda & Herbert Höckel *Reichenbach/Fils

Adelby1 gGmbH *Flensburg

Steffen Knorre *Bautzen

Rotary Club *Herzberg/Elsterland

OOO Delcredo Moskau

Familie Schilowitsch *Oyten

Ulla Petow *Kiel

RSP International Moskau

Deutschland-Russland/Dagestan e.V. *Hatten

Ralf Wegener *Bremerhaven

Firma Netex Romania Cluj Napoca – Rumänien

LOGO e.V. *Lienen

Firma Ebner LANDY *Göttingen

Clotilde von Rintelen *Wiesbaden
(Nachkomme A.S.Puschkin + Zar Alexander II)

Freidenker Ortsverband *Hamburg

Dr. Helga Lemme *Leipzig

Margot Bonin *Neumünster

Gegen Vergessen e.V. *Berlin

Michael Oberhofer Dornbirn – Österreich

Jens Becker *Hannover

Horst Otto *Bremen

Familie Woltemade *Sandkrug

Jörg Werner *Frankfurt

Stephanie Hopfner *Ingolstadt

Ahmed Sawi Voss *Bamberg

Heikki Karjalainen Tampere – Finnland

Jens *Hamburg

Verena Udluft *Würzburg

Ursula Bally-Fahr *Gottmadingen

B. Heller & M. Schmidt *Bremen

Roberto Victoria Madrid – Spanien

Dr. Hermann Grabhorn *Düsseldorf

Werner Bollmann *Dresden

Dr. Emilio Valoti Bergamo – Italien

Ingrid Schott *Wiesbaden

Dr. Leo Ensel *Oldenburg

Marion Pokorny-Otto *Bremen

Claudia Rehklau *Memmingen

Familie Göttsche *Neumünster

Nadine Jäger *Wiesbaden

Familie Tschirschky *Leipzig

Harald Reuter *Wuppertal

Deutsch-Russische-Gesellschaft e.V. *Kraichgau

Jürgen Mikat *Essen

R. + R. Schilberg *Hannover

Herbert Wehe *Bremen

Peter Dammann *Jorg

Christian Kaufmann Dornbirn – Österreich

Matthias Robke *Seeheim-Jugenheim

Familie Hurtig *Wedel

Christian Baum *München

Franziska Korff Zürich – Schweiz

Andrea Rehmsmeier *Hannover

Mathias Hamann *Rothnaußlitz

Christian Schnepf *Mühldorf

Leo Töpperwein *Berlin

PD Dr. Olga Dolnik & Jörg Weiß *Amöneburg

Iina Siira Helsinki – Finnland

* = deutsche Städte

подписанты

Ольга и Штефан Земкен *Бремен/Быньги

Юрген Гришат *Пиннеберг

MOTTOUREN *Гамбург

фонд Немецко-Российские Дни Мира  *Бремен

Ротари Клуб Нимфенбург *Мюнхен

Ульрике и Томас Дёкель *Бремен

Фонд Эберхард-Шёк*Баден-Баден

Юрген фон Рейс *Гёттинген
(Архитектор Россошкинского немецкого военного кладбища)

Профессор Мартин Силлем *Мангейм

Габи и Райнер Ратье *Шенефельд

Арне Б. *Дрезден

Клуб львов *Кобург-Весте

Коля Хорш *Дармштадт

Давиде Базецци Бергамо – Италия

Кох-Метшников-Форум *Берлин

Хольгер и Франк *Эльмсхорн

Клаус Дёрнер *Дюссельдорф

К. Крегер *Гамбург

Герда и Герберт Хеккель *Райхенбах

Фонд Adelby1 *Фленсбург

Штеффен Кнорре *Баутцен

Ротари Клуб *Херцберг / Эльстерланд

ООО Делькредо Москва

Семья Шилович *Ойтенv

Улла Петов *Киль

RSP International Москва

Фонд Германия-Россия / Дагестан *Хаттен

Ральф Вегенер *Бремерхафен

Фирма Нетекс Клуж-Напока – Румыния

Фонд LOGO *Унна

Фирма Эбнер LANDY *Геттинген

Клотильда фон Ринтелен *Висбаден
Праправнучка А.С. Пущкин + Зар Александр II

Фонд Свободомыслие *Гамбург

Д-р Хельга Леммe *Лейпциг

Маргот Бонин *Ноймюнстер

Фонд „Против забыть“ *Берлин

Михаэль Оберхофер Дорнбирн – Австрия

Йенс Беккер *Ганновер

Хорст Отто *Бремен

Семья Шолтемаде *Сандькруг

Йорг Вернер *Франкфурт

Стефани Хопфнер *Ингольштадт

Амед Сави Восс *Бамберг

Хейкки Карьялайнен Тампере – Финляндия

Йенс *Гамбург

Верена Удлуфт *Вюрцбург

Урсула Балли-Фар *Готтмадинген

Б. Хеллер и М. Шмидт *Бремен

Роберто Виктория Мадрид – Испания

Д-р Герман Грабхорн *Дюссельдорф

Вернер Боллманн *Дрезден

Д-р Эмилио Валоти Бергамо – Италия

Ингрид Шотт *Висбаден

Д-р Лео Энсель *Ольденбург

Марион Покорный-Отто *Бремен

Клаудия Рехлау *Мемминген

Семья Гёттш *Ноймюнстер

Надин Ягер *Висбаден

Семья Чиршки *Лейпциг

Харальд Рейтер *Вупперталь

фонд немецко-российского общества *Крайхгау

Юрген Микат *Эссен

Р. + Р. Шилберг *Ганновер

Герберт Вехе *Бремен

Питер Дамманн *Йорк

Кристиан Кауфманн Дорнбирн – Австрия

Матиас Робке *Зеехайм-Югенхайм

Семья Хуртиг *Ведель

Кристиан Баум *Мюнхен

Франциска Корфф Цюрих – Швейцария

Андреа Ремсмеиер *Ганновер

Матиас Хаман *РотнауЗлитЗ

Кристиан Шнепф *Мюльдорф-ам-Инн

Лео Теппервайн *Берлин

Проф. Ольга Дольник и Йорг Вайс *Аменебург

Лина Сиира Хельсинки – Финляндия

* = немецкие города

Repräsentant   ||   представитель 

Offenbach am Main

Оффенбах на Майне

Linz

Linz (A)

Линц (А)

Delmenhorst

Delmenhorst

Дельменхорст

Gera

Gera

Гера

Märkisch Oderland

Märkisch-Oderland

Мэркиш-Одерланд

Erlangen

Erlangen

Эрланген

Landkreis Wesermarsch
Ландкреис Шесермарш
Zerbst

Zerbst/ Anhalt
Цербст

Kontakt


Контакты в России: Ольга земкен +7 9000 46 12 48 или semkende @ gmail. com