Friedenstaube
Saal des militärischen Ruhms, Wolgograd, Зал воинской славы, Волгоград
In harten, schrecklichen Stunden sind wir gefallen.
Uns war nicht die Möglichkeit gegeben in dieser Welt zu leben. 
Lebende, denkt an uns und sorgt dafür,
dass ewiger Friede wird auf dieser Erde.

(Gedenkspruch auf dem deutschen Soldatenfriedhof Rossoschka/RF)
Мы родились в ужасное, тяжёлое время.
У нас не было возможности остаться и жить в этом мире.
Живи, помни о нас и будь уверен, что на этой земле настанет
вечный мир!
(Мемориал на немецком военном кладбище Россошка/РФ)
D-RU-schba Kranz_Friedenstour      2020     Д-РУ-шба похоронный венок мирный тур

18. Juni Nizhnii Tagil + Nevjansk
19. Juni Ekaterinburg
20. Juni Ufa
21. Juni Samara
22. Juni Saratov
23. Juni Kamyshin
24. Juni Wolgograd + Bingi
25. Juni Borissoglebsk
26. Juni Woronesch
27. Juni Kursk + Orjol
28. Juni Tula
29. Juni Wladimir + Susdal
30. Juni Dserschinsk + Nischni Novgorod
01. Juli Tscheboksary
02. Juli Kasan
03. Juli Ischevsk
04. Juli Perm

18. июнь Нижний Тагил + Невьянск
19. июнь Екатеринбург
20. июнь Уфа
21. июнь Самара
22. июнь Саратов
23. июнь Камышин
24. июнь Волгоград + Биньгы
25. июнь Борисоглебск
26. июнь Воронеж
27. июнь Курск + Орёл
28. июнь Тула
29. июнь Владимир + Суздаль
30. июнь Дзержи́нск + Нижний Новгород
01. июль Чебокса́ры
02. июль Казан
03. июль Ижевск
04. июль Пермь
stern

Ab dem 18. Juni 2020 fuhr stefan semken aus Deutschland, anläßlich des 75-jährigen Sieges der Roten Armee über den Faschismus eine Tour mit seinem Auto durch West-Russland und legte für seine Familie und Freunde aus 7 Nationen (Deutschland, Österreich, Ungarn, Italien, Rumänien, Finnland und Spanien) Trauerkränze in den oben genannten Städten nieder.


1945 – 2020
Nie wieder Krieg
Wir gedenken der unzähligen Opfer
Frieden | Freundschaft

Nach kurzer und schwerer Krankheit verstarb Stefan in Russland.
Wir vermissen dich!

С 18 июня 2020 года по случаю 75-й годовщины победы Красной Армии над фашизмом стефан семкен из Германии совершил поездку на своей машине по западу России и разложил для своей семьи и друзей из 7 стран (Германия, Австрия, Венгрия, Италия, Румыния, Финляндия и Испания) возложение поминальных венков в вышеуказанных городах.

1945 – 2020
НЕТ ВОЙНЕ
Мы чтим память бесчисленных жертв
МИР | ДРУЖБА

После непродолжительной и тяжелой болезни Штефан скончался в России.
Нам будет недоставать тебя!

Stefans Todesanzeige
Stefan
Stefan Semken

18. Juni 2020 Nischnii Tagil

Heute startet anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung Russlands von der Nazi-Herrschaft meine persönliche Kranzniederlegung in insgesamt 19 russischen Städten.  Die Originaltour, die durch 40 Städte führen sollte und zu der sich zig begeisterte Motorradfahrer angemeldet hatten, wurde durch die Corona-Pandemie jäh gestoppt. Jürgen, Mitarbeiter bei Mottouren und mitverantwortlicher Planer der Tour, und  ich bedauern das sehr. Die Chance für eine Kranzniederlegung wie diese wird sich frühestens in fünf Jahren zum 80jährigen Jubiläum wieder bieten. Ob ich das noch einmal schaffe, weiß ich nicht. Darum bin ich froh und stolz, die Tour in diesem Jahr, auch unter den besonderen Bedingungen, durchführen zu können. Gleichzeitig bedanke ich mich bei allen, die das Vorhaben ideell wie materiell unterstützt haben.

Heute Nachmittag habe ich den ersten Kranz in Nischnii Tagil abgelegt. Zu der Zeremonie hatte ich Katja eingeladen. Sie stammt aus Tagil und ihr Großvater hat an der Schlacht um Berlin teilgenommen. „Nach dem Krieg war er in Berlin stationiert und hat ein Jahr lang gemeinsam mit Amerikanern und Engländern in einer Unterkunft gelebt. Sie haben zusammen ein Jahr lang gefeiert, hat mir mein Opa erzählt.“ sagt Katja. „Schade, dass heute so etwas nicht mehr möglich ist, obwohl wir doch „Frieden“ haben.“

 

Nishni Tagil ist eine Stadt in Russland mit 361.811 Einwohnern. Sie liegt am Fluss Tagil im mittleren Ural, nördlich von Jekaterinburg. Die Stadt hat Anbindung an die wichtigsten Straßen- und Eisenbahnanbindungen der Umgebung. Nationale und internationale Flüge finden über den Flughafen Jekaterinburg statt.

Die Geschichte von Nischni Tagil beginnt 1696, als mit dem Abbau der reichen Eisenerzvorkommen in der Umgebung begonnen wurde. In der Folge wurde der Ort zu einem der frühen Zentren der russischen Industrialisierung und zu einer wichtigen Produktionsstätte von Gusseisen und Stahl. 1833 erstellten die Ingenieure Jefim und Miron Tscherepanow hier die erste russische Dampflokomotive. Ihnen zur Ehre wurde im Jahre 1956 eine acht Meter hohen Bronzestatue errichtet.

Die Stadt ist bekannt durch Eisengewinnung und -verarbeitung. Die weiteren wichtigen wirtschaftlichen Zweige sind Maschinenbau, Metallverarbeitung und Chemie. Das Metallurgie-Kombinat wurde unter der Leitung der Firma Thyssen reorganisiert. Weitere am Aufbau der Stadt beteiligte deutsche Unternehmen sind die Firmen KHD Humboldt Wedag International und Erich Friedrich. 1996 begann das deutsch-russische Unternehmen Tagil-Technoterm mit der Produktion von wärmedämmenden Materialien. Wichtigstes Unternehmen in Nischni Tagil ist die Maschinenbaufabrik, der weltgrößte Panzerfahrzeughersteller Uralwagonsawod. Nishni Tagil wie der norwegische Kupfer-Bergbauort Sulitjelma behaupten, dass das Kupfer, das für die Freiheitsstatue verwendete Kupfer aus ihren Orten stammt.

Nischni Tagil verfügt über ein städtisches Theater, ein Jugend- und Puppentheater, einen Zirkus, ein Kino- und Videozentrum, zwei Kulturpaläste sowie mehrere Museen und Bibliotheken. In der Stadt und der Umgebung gibt es noch viele gut erhaltene oder liebevoll restaurierte kulturhistorische Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Sie zeugen eindrucksvoll über die damalige Baukunst. Ein Nationalpark informiert ausführlich über die Geschichte der Eisengewinnung und -verarbeitung.

Neben den Gymnasien gibt es mehrere Berufsschulen, eine medizinische Fachhochschule, das College der Künste sowie die weltweit anerkannte Akademie für angewandte Kunst. Die Schule Nr. 32 und das Berufsschulzentrum von Ellwangen betreiben eine Schulpartnerschaft.

Zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Stadt zählt wohl der Physik-Nobelpreisträger Konstantin Novoselov.

In der Sowjetzeit existierte in Nischni Tagil ein großes Zwangsarbeitslager innerhalb des Gulag-Systems. Das Tagil-ITL (Besserungsarbeitslager) bestand von Januar 1942 bis April 1953 und zählte zeitweise über 43.000 Inhaftierte. Sie wurden überwiegend im Metallurgiekombinat von Nischni Tagil sowie im Straßen- und Wasserbau, zur Förderung von Bodenschätzen und in der Holzgewinnung eingesetzt. Zudem befanden sich die beiden Kriegsgefangenenlager 153 und 245 für deutsche Kriegsgefangene in der Stadt.

 

 

Kranzniederlegung Tagil
Kranzniederlegung Tagil
Kranzniederlegung Tagil
Kranzniederlegung Newjansk

18. Juni 2020 Nevjansk

Nevjansk liegt am Ostrand des Mittleren Urals, etwa 100 km nördlich von Jekaterinburg und hat zur Zeit ca. 24.000 Einwohner. Der Ort entstand 1701 im Zusammenhang mit der Errichtung des Eisenwerkes Newjanski Sawod, das schon bald zu den wichtigsten des Uralgebietes gehörte. Trotz der relativ großen Bevölkerungszahl erhielt der Ort jedoch erst 1919 Stadtrechte.

Hauptsehenswürdigkeit ist der sogenannte Schiefe Turm von Newjansk. Es ist Wachturm, der um 1725 von den Eigentümern des damaligen Eisenwerkes errichtet wurde. Die Achse des etwa 57,5 Meter hohen Turms weicht an der Spitze um 1,85 Meter von der Vertikalen ab. Andere Angaben sprechen 2,20 Meter. Die Abbildung des schiefen Turms ist auch Teil des Stadtwappens von Newjansk. Ein weiteres gut erhaltenes Gebäude des 18. und 19. Jahrhunderts ist die Christi-Verklärungs-Kathedrale. Neben dem Heimatmuseum und lohnt sich vor allem ein Besuch im Museum für Keramik- und Glaskunst.

Kranzniederlegung Newjansk
Kranzniederlegung Newjansk

19. Juni 2020 Jekaterinburg

Jekaterinburg liegt am Fluss Isset, knapp 40 Kilometer östlich der imaginären Trennlinie zwischen Europa und Asien. Die natürliche Grenze wird vom Ural gebildet. Der Zeitunterschied zu Moskau beträgt zwei Stunden und zu Mitteleuropa vier Stunden. Mit ca. 1.35 Miollionen Einwohnern ist sie nach Moskau, Sankt Petersburg und Nowosibirsk die viertgrößte Stadt und Zentrum der drittwichtigsten Region Russlands.

Die Region wurde im 11. Jahrhundert von den Nowgorodern erschlossen. Die industrielle Erschließung begann Ende des 17. Jahrhunderts. Die Gründung der Stadt erfolgte am 18.November1723 durch Wassili Tatischtschew zusammen mit dem deutschstämmigen Offizier und Kaufmann Georg Wilhelm Henning. Der Name der Stadt leitet sich von der Kaiserin Katharina I. ab.

Jekaterinburg war eine der ersten russischen Fabrikstädte, die ab Beginn des 18. Jahrhunderts auf Zarenerlass zur Entwicklung des metallverarbeitenden Gewerbes gebaut wurden. Den Siedlungskern von Jekaterinburg bildeten eine Eisenhütte und im Quadrat angeordnete Wohngebäude. Umgeben wurde der Kern von einer Befestigungsanlage. Jekaterinburg war somit zugleich Fabrik- und Festungsstadt. Von hier erfolgte die weitere Erschließung des Urals.

Mit der Anbindung an den sogenannten Sibirischen Trakt übernahm Jekaterinburg zunehmend eine Handels- und Mittlerfunktionen zwischen Europa und Asien („Fenster nach Asien“). Gleichzeitig begann damit die eigentliche städtebauliche Entwicklung und Ausbildung städtischer Funktionen. 1781 ernannte Katharina II. Jekaterinburg zur Stadt.

Die industrielle Funktion der Stadt blieb auch im 19. Jahrhundert bestimmend. Seit 1840 galt Jekaterinburg als Zentrum der Metallverarbeitung und bereits Anfang des 19. Jahrhunderts lag es hinsichtlich der Industrieproduktion an der Spitze der Uralstädte. Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts siedelten sich zahlreiche russische Banken in der Stadt an und Jekaterinburg übernahm zunehmend überregionale Funktionen im Banken- und Kreditwesen. Die Stadt wurde auch kulturell Zentrum des Uralgebietes und hatte 1897 43.000 Einwohner. Die Erhebung der Stadt zum überregionalen Verwaltungszentrum und ihre steigende wirtschaftlichen Bedeutung führten zu einem starken Bevölkerungsanstieg. Zu Ehren von des Bolschewikenführers Swerdlow trug die Stadt von 1924 bis 1991 den Namen Swerdlowsk.

Das 1928 gegründete Werk Uralmasch wurde im Zweiten Weltkrieg zu einem wichtigen Produzenten von Rüstungsgütern für die Rote Armee. Swerdlowsk war auch nach dem Zweiten Weltkrieg ein wichtiges Produktionszentrum des militärisch-industriellen Komplexes der Sowjetunion. Neben Panzer und anderen Waffen wurden hier auch Atomraketen produziert. In der Stadt befanden sich die Kriegsgefangenenlager 377 und 531 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkrieges.

Bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 war die Stadt für Ausländer nicht zugänglich. Sowjetbürger konnten nur mit Genehmigung einreisen. Während des Putsches 1991 befand sich hier der Bunker mit der „Ersatzregierung“ der Sowjetunion. Die berühmteste mit Jekaterinburg verbundene Persönlichkeit ist Boris Jelzin, der ehemalige Präsident Russlands. Er stammte aus Butka in der Oblast Swerdlowsk, studierte am Swerdlowsker Polytechnikum und war von 1976 –1985 Erster Sekretär des Oblastkomitees der KPdSU.

Die bekannteste historische Sehenswürdigkeit der Stadt ist die Kathedrale auf dem Blut. Sie steht an der Stelle, wo sich bis 1977 das Ipatjew-Haus befand. In dessen Keller ermordeten in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 1918 die Bolschewiken den letzten Zaren Nikolaus II. und seine Familie. Der Ort ist heute ein Wallfahrtsort für Anhänger der russischen Monarchie.

Weitere architektonisch wertvolle Gebäude, sind neben der 1739 erbauten Bergkanzlei mehrere Kathedralen. Die bekannteste ist die im 19. Jahrhundert erbaute Christi-Himmelfahrts-Kathedrale. Im Stil des sozialistischen Klassizismus wurde das Rathaus erbaut. Sehenswert ist auch das Universitäts- und Zirkusgebäude aus den 1980er Jahren sowie die prächtige Oper, die Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet wurde. Unter den konstruktivistischer Bauten ist das Hotel Issetj und das dahinter befindliche Tschekisten-Städtchen hervorzuheben. Der Stil des Konstruktivismus prägt auch heute noch das Stadtbild Jekaterinburgs. Ein besonderes Wahrzeichen war der unvollendete Fernsehturm. Bis zu seiner Sprengung 2018 war er eines der höchsten unvollendeten Bauwerke der Welt.

Ural Nachrichten
EIN DEUTSCHER STAATSBÜRGER UNTERNIMMT EINE UNVERGESSLICHE REISE FÜR DIE IM ZWEITEN WELTKRIEG GETÖTETEN
Kranzniederlegung Ekaterinenburg
Kranzniederlegung ekaterinenburg

20. Juni 2020 Ufa

Ufa ist die Hauptstadt der Republik Baschkortostan und hat ca. 1 Million Einwohner. Die Baschkiren besiedelten den südlichen Teil der Uralberge bereits vor dem Beginn der russischen Expansion Richtung Sibirien. Eine baschkirische Siedlung am Standort der heutigen Millionenstadt existierte vermutlich bereits im Mittelalter.

Die eigentliche Geschichte von Ufa beginnt aber erst mit dem Bau einer russischen Festung 1574. Damit sollte nach dem Anschluss der Baschkirischen Gebiete die Südostgrenze Russlands gesichert werden. Aus historischen Dokumenten geht hervor, dass nach der Unterwerfung des Kasaner Khanats Botschafter im Namen Iwans IV. in das Gebiet gesandt wurden, um ihnen den Beitritt zur russischen Obrigkeit nahezulegen. Im Zeitraum von 1554 bis 1557 erfolgte der freiwillige Beitritt aller baschkirischen Stämme in den Staatenbund Russlands. Da sie jedoch weiterhin von Überfällen kriegerischer Nomaden geplagt wurden und es im gesamten Gebiet keine Städte oder militärischen Anlagen gab, errichtete 1574 eine Division des russischen Schützenkorps an der Mündung des Flusses Ufa in die Belaja nahe der alten Kasaner Handelsstraße eine kleine Befestigung aus Eichenholz, die Festung Ufa. Ein 440 Meter langer Eichenholzwall umgab die kleine Festung und verlieh der Stadt den Spitznamen „Eichenstadt“. Während des 17. Jahrhunderts blieb Ufa eine wichtige Festungs- und Handelsstadt an der Grenze zu Sibirien. Zugleich wandelte sich die Stadt im 17. und 18. Jahrhundert schrittweise von einer militärischen Festung in das politische und wirtschaftliche Zentrum der Region. Politisch gehörte die Stadt ab 1708 zum Kasaner Gouvernement. Ab 1728 war Ufa Hauptstadt der Ufaer Provinz, die unmittelbar dem Senat unterstand. 1819 wurde die Stadt großflächig erweitert. Es entstanden breite Straßen und offene Plätze. Im Jahr 1865 wurde Ufa per Dekret des Zaren Alexander II. zur Hauptstadt des Gouvernements Ufa mit sechs Kreisen erhoben. Die Soldaten- und Beamtenstadt, die zugleich einen bedeutenden Verkehrsknotenpunkt bildete, entwickelte sich nun zu einem industriellen Zentrum. Mitte des 19. Jahrhunderts existierten bereits etwa ein Dutzend Gerberbetriebe und einige Anlegestellen am Fluss. Bedeutend für die weitere Entwicklung war die Einführung der regulären Schifffahrt. Nach der Schiffbarmachung des Flusses Belaja entstanden so ab 1870 Verbindungen nach Kasan und Nischni Nowgorod und Ufa wurde zum größten Hafen der Uralregion. Ab 1885 erfolgte der Anschluss an das Netz der russischen Eisenbahn, deren Hauptwerkstätten und -depots in Ufa errichtet wurden. Es folgte die Eröffnung der Kasan-Zlatouster Eisenbahn 1888 bis 1892. In der Stadt entstanden Dampfmühlen, Sägewerke, Eisenbahn- und Schiffsreparaturwerkstätten. Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Ufa rund 30 lebensmittel-, leder-, silikat- und holzverarbeitende Betriebe. Zudem wurde Ufa ein bedeutender Ort im Fleisch- und Teigwarenhandel.

1917/18 war Ufa kurzzeitig Sitz einer muslimischen Nationalversammlung sowie im September 1918 einer Provisorischen Regierung, die die Autorität für Gesamtrussland einforderte und sich gegen die Bolschewisten konstituierte. Trotz wiederholter Vorstöße der Roten Armee blieb Ufa bis Ende 1919 unter dem Einfluss verschiedener weißer Gruppierungen und der baschkirischen Nationalbewegung.

Hauptstadt war Ufa auch für die Baschkirische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik BASSR (seit 1922). In den folgenden Jahren wurde im Zuge des ersten Fünfjahresplans eine Motorenfabrik und die erste TEZ (Fernelektrizitätswerk) gebaut. 1939 entstand der erste erdölverarbeitende Betrieb in Ufas . In den 1920er- und 1930er-Jahren entwickelte sich die Stadt weiter. Die industrielle Produktion stieg in diesem Zeitraum auf das 16fache. Das Ufaer Industriekombinat, bestehend aus einer Streichholz- und einer Glühbirnenfabrik, einem Sägewerk und einer Großgerberei, wurde gebaut. Hinzu kamen weitere Betriebe im Bereich der Lebensmittel- und der leichten Industrie. Während des Zweiten Weltkrieges wurden etwa ein Dutzend industrieller Großbetriebe, viele Behörden und eine Reihe von wissenschaftlichen Instituten nach Ufa evakuiert, so auch auf Anordnung Stalins die Kommunistische Internationale (Komintern). In Ufa bestand das Kriegsgefangenenlager 319 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.

In der Nachkriegszeit gewann die Ausbeutung und Verarbeitung der Erdölvorkommen Baschkiriens zunehmend an Bedeutung für die Ufaer Wirtschaft. Die „Neu-Ufaer Ölverarbeitung“ wurde in den 1950er-Jahren eröffnet. Daneben fassten auch die chemische und die Maschinenbauindustrie in der Stadt Fuß.

Ufa ist ein Knotenpunkt wichtiger Transportwege: Die ursprüngliche Strecke der Transsibirischen Eisenbahn führte durch Ufa. Autobahnen führen von hier aus in Richtung Kasan, Samara, Tscheljabinsk oder Orenburg. Der Flughafen wurde bereits 1938 eröffnet und ist neben den innerrussischen Flügen auch Ausgangs- und Zielort internationaler Linien unter anderem nach Istanbul, Baku und Sharjah. Neben dem Knotenpunkt für die Frachtschifffahrt erhält der Ort auch durch Pipelines für Gas und Erdöl an Bedeutung.

Kulturelle Sehenswürdigkeiten sind unter anderem das Denkmal Salawat Julajews über der Belaja, die Einkaufspassage „Gostiny Dvor“ im Stadtzentrum, die neuerbaute Moschee „Ljalja-Tjulpan“ im Norden der Stadt oder das „Monument Druschby“ als Zeichen der Freundschaft zwischen Baschkiren und Russen.

Zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Stadt zählen der Tänzer Rudolf Nurejew und der Tennisspieler Andrei Tscherkassow.

Partnerschaften zu deutschen Städten bestehen zu Halle und Oberhausen.

Kranzniederlegung Ufa
Kranzniederlegung Ufa
Kranzniederlegung Ufa

21. Juni 2020 Samara

Samara ist eine Industriestadt am Ostufer der Wolga. Sie hat 1.16 Millionen Einwohner und ist damit die sechstgrößte Stadt Russlands.

Zum Namen der Stadt exisitieren zwei Theorien. Nach der ersten Version erhielt die Stadt ihren Namen nach dem Fluss Samara, der bei der Stadt in die Wolga mündet. In den Turksprachen bedeutet Samara „Steppenfluss“. Die zweite Version sieht in dem Namen die Verbindung des griechischen Wortes „Samar“ – Kaufmannoder Händler mit dem Wort „Ra“, einem alten Namen der Wolga.

Erstmals wird Samara in einer russischen Chronik aus dem Jahr 1361 erwähnt. Auf einer 1367 erstellten Karte der Wolga der venezianischen Kaufleute Francesco und Dominico Pizzigano ist eine Siedlung Samara gekennzeichnet.

Auf Erlass des Zaren Fjodor Iwanowitsch entstand im Jahre 1586 an der Wolga bei der Mündung des breitesten Arms des Flusses Samara der Bau einer Bewachungsfestung. Sie erhielt den Namen „Samara-Städtchen“. Diese Festung sollte Schutz vor Angriffe von Nomaden auf Russland bieten sowie sicherheit für den Wasserweg von Kasan nach Astrachan gewährleisten. 1636 war die Festung bereits 1700 Meter lang und 350 Meter breit. 1689 wurde das „Städtchen“ offiziell zur Stadt. Zu diesem Zeitpunkt war Samara nicht mehr nur wichtiger Militärstützpunkt, sondern zugleich auch Handelszentrum für den russischen Handel mit dem Orient.

Samara wurde 1851 Gouvernementshauptstadt, zählte damals 15.000 Einwohner und wurde zum wichtigsten Zentrum des Weizenanbaus des gesamten Russischen Reiches. Ab der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann die Entwicklung der Mühlenindustrie in der Stadt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Samara bereits das größte Getreideverarbeitungszentrum Russlands. Zu jener Zeit befanden sich 46 Betriebe und Fabriken in der Stadt, die insgesamt 2.500 Arbeiter beschäftigten. 1917 zählte Samara bereits 90 industrielle Betriebe, eine mechanische Bäckerei, sowie einen Getreidespeicher mit einem Volumen von 57000 Tonnen. Dank ihrer günstigen geografischen Position wurden Donezbecken und Ural zu den wichtigsten Metalllieferanten für die Industrie, was die Erschaffung einer Vielzahl von Maschinenbau- und metallverarbeitender Betriebe förderte. Wie bei vielen russischen Städten erfolgte der eigentliche industrielle Aufschwung erst ab den 1920/ 30er Jahren im Zeichen des Stalinismus. In dieser Zeit wurden in Samara selbständige Parallelunternehmen zu Moskauer und Leningrader Werken errichtet.

Die Stadt bekam nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion im Jahr 1941 eine besondere politische und strategische Bedeutung. Im Oktober, kurz vor der historischen Schlacht um Moskau, gingen die Regierungsorgane mit Michail Kalinin an der Spitze, sowie ein Teil der militärischen Verwaltung, das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten und das ganze diplomatische Korps aufgrund eines Beschlusses des staatlichen Verteidigungskomitees der UdSSR nach Kuibyschew. Für Stalin wurde der „Stalinbunker“ mit einem Arbeitszimmer in einer Tiefe von 37 Metern eingerichtet, der heute ein Museum ist. Kuibyschew spielte eine wichtige Rolle beim Sieg über Deutschland. Bereits in der Anfangsphase des Krieges wurden größere Betriebe in die Stadt verlagert und mit der Produktion von Waffen und Munition begonnen. In der Stadt befand sich das Kriegsgefangenenlager 234 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs. Bis zur Auflösung der Sowjetunion war Kuibyschew für westliche Ausländer nicht oder nur eingeschränkt zugänglich.

Am stärksten entwickelte sich die Stadt in den Nachkriegsjahren. Kuibyschew wurde zu einem großen industriellen und kulturellen Zentrum der Sowjetunion. Betriebe der Flugzeug- und Maschinenbauindustrie, der Hütten-, Elektrotechnik- und Kabelindustrie sowie erdölverarbeitende und Leichtindustrie wurden errichtet. Außerdem entwickelte sich die Stadt zu einem großen Wissenschaftszentrum: zehn Hochschulen und vier Universitäten bilden Spezialisten in den verschiedensten Fächern aus. Mit der Zeit wuchs auch wieder das kulturelle Leben in der Stadt.

Samara zählt heute zu den bedeutendsten Wirtschaftsstandorten der Russischen Föderation. Zu den wichtigsten Industriezweigen zählen der Maschinenbau und die Metallverarbeitung mit der Herstellung von Geräten für die Weltraumtechnik, dem Flugzeugbau und Flughäfen. In Samara befindet sich die Firma ZSKB Progress, in der die Sojus-Raketen konstruiert und gebaut werden. In der Stadt Toljatti, nähe Samaras, wird die Automarke Lada hergestellt. Bei Toljatti befindet sich auch die Wolgatalsperre, die den Kuibyschewer Stausee anstaut. Südlich der Stadt Samara befinden sich erdölverarbeitende Industrie und große Raffinerien. Im Bereich der Lebensmittelindustrie weist Samara einige landesweit bekannte Großbetriebe auf wie die Schokoladenfabrik Rossija. Direkt am Wolgastrand befindet sich eine große Brauerei, die Ende des 19. Jahrhunderts von dem Österreicher Alfred Vacano von Wellho gegründet wurde. Sie produziert das Schiguli-Bier. Es ist nach den von der Brauerei aus sichtbaren Schiguli-Bergen benannt und die Berge ziehren auch das Etikett.

Samara verfügt über zahlreiche Theater, eine Philharmonie und eine Oper. Alexei Tolstoi verbrachte seine Kindheit und Jugend in Samara. Mit einer Anstellung bei der „Samarer Zeitung“ begann die Karriere von Maxim Gorki. Während des Zweiten Weltkriegs wurde in Samara die 7. Sinfonie („Leningrader“) von Dmitri Schostakowitsch uraufgeführt. In dieser Zeit entstanden vier professionelle Theater, darunter zwei akademische, die russlandweit bekannt sind: das Gorki-Schauspielhaus und das Opern- und Balletthaus.

Die Museen in Samara bewahren kostbare Sammlungen und einzigartige Kunstwerke auf. Weitere Sehenswürdigkeiten sind Gebäudekomplexe aus dem 19. Jahrhundert, sowie das Monument des Ruhms. Die Reize Samaras liegen jedoch mehr in der Umgebung. Die Landschaft und der 50 km lange Wolgastrand haben daran einen großen Anteil. Berühmt ist die Stadt für ihre schier endlose Wolgapromenade und die Aussicht auf die Schiguli-Berge.

Eine Städtepartnerschaft besteht u. a. mit Stuttgart.

Schauen Sie sich hier den Videobericht zu Samara an. Der Bericht wird in einem separaten Fenster gezeigt.

22. Juni 2020 Saratov

Saratow liegt am rechten, sogenannten „Bergufer“ der mittleren Wolga und hat ca. 840.000 Einwohner. sie ist ein wichtiges Kultur- und Wirtschaftszentrum sowie Universitätsstadt. Zusammen mit dem auf der anderen Seite der Wolga gelegenen Engels bildet sie eine Agglomeration mit rund 1,2 Millionen Einwohnern.

Im Raum Saratow wird vor allem umfangreich Landwirtschaft betrieben. Im Industriebereich beherbergt Saratow vor allem Maschinenbau-, chemische und erdölverarbeitende Unternehmen. Auch aufgrund der deutschen Traditionen der Stadt sind zahlreiche deutsch-russische Joint Ventures im Raum Saratow tätig.

Im August 2019 wurde der neue Flughafen Saratow-Gagarin in Betrieb genommen. Daneben spielen Eisenbahn-Fernverkehrsstrecken sowie nicht zuletzt auch die Wolga als stark befahrene Binnenschifffahrtsstraße eine große Rolle.

Saratow gilt im Wolgaraum als Stadt der Kultur. Das ist zum einen in der langen Tradition der Stadt begründet, zum anderen befindet sich in Saratow ein umfangreiche Kunstsammlung mit 16.000 Exponaten und mit Werken alter Meister von globaler Bedeutung. Daneben gibt es zahlreiche Theater, Kinos und weitere große Kultur- und Vergnügungsstätten. Die gesamte Altstadt ist sehr malerisch und es gibt zahlreiche prächtige Gebäudeensembles aus vielen Jahrhunderten, so z. B. die ehemaligen Deutschen Straße. Sie heißt heute Uliza Nemezkaja, wird aber Kirow-Prospekt genannt und ist heute eine reine Fußgängerzone, auf deren Promenade am Wolgaufer Touristen und Einheimische flanieren . Die Villa Reinike von Fjodor Schechtel ist ein prächtiges Beispiele des Jugendstils in Saratow. Er ist noch allerorts zu finden. Eine besonders sehenswerte Kirche ist die Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute Kirche der Gottesmutter-Ikone “Lindere mein Leid“. Ebenfalls lohnend ist eine Autofahrt über die drei Kilometer lange alte Wolgabrücke, die das Zentrum von Saratow mit der am gegenüberliegenden Wolga-Ufer liegenden Stadt Engels verbindet.

Saratow wurde 1590 als Zarenfestung gegründet. Vorher war die Stadt „Hauptstadt“ der Goldenen Horde, des mongolischen Teilreichs in Osteuropa und Westsibirien. Einige Historiker vermuten, dass der Name der Stadt aus dem Tatarischen stammt und so viel wie „Gelber Berg“ bedeutet.

Durch einen Erlass (Ukas) des Zaren Fjodor Iwanowitsch begann im Jahre 1590 der Bau einer Bewachungsfestung, nachdem zuvor bereits 1586 Samara und 1589 Zarizyn gegründet wurden. Diese Festung sollte die Steppengebiete des Zarentum Russland an der Wolga schützen und die Überfälle der Reitervölker aus den Nachbargebieten eindämmen. Ebenso wichtig war die Sicherung des Wasserweges von Kasan nach Astrachan. Die Festung dabei nicht mehr nur wichtiger Militärstützpunkt, sondern auch großes Handelszentrum und diente als Umschlagplatz des russischen Handels mit dem Orient. Während ihrer Blütezeit im 19. Jahrhundert gehörte die Stadt zu den größten des Russischen Reiches.

Im Ersten Weltkrieg war Saratow im Januar 1915 Zielort für Deportationskonvois von Deutschen, Juden, Ungarn, Österreichern und Slawen, die in den westlichen, frontnahen Gebieten des Reiches als mögliche Gefahr eingestuft wurden.

Von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und bis zu den Deportationen im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg lebten in Saratow zahlreiche Wolgadeutsche. Sie kamen überwiegend aus Bayern, Baden, Hessen, der Pfalz und dem Rheinland und folgten in den Jahren 1763 bis 1767 der Einladung der deutschstämmigen Zarin Katharina II. Ihre Tätigkeiten hinterließen auch Spuren in der Architektur der Stadt. Nach dem Überfall des „Dritten Reiches“ auf die Sowjetunion im Juni 1941 ließ Josef Stalin das Präsidium des Obersten Sowjets der UdSSR am 28. August 1941 den Erlass „Über die Umsiedlung der im Wolgagebiet ansässigen Deutschen“ beschließen. Die Wolgadeutschen wurden der kollektiven Kollaboration beschuldigt, nach Sibirien und Zentralasien deportiert und dort in Arbeitslager der „Arbeitsarmee“ gezwungen. Dabei fanden Tausende den Tod.

In der Stadt bestand das Kriegsgefangenenlager 238 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs. Im Herbst 1947 wurde es als Lager 368 nach Engels. Südlich der Stadt befand sich ein Friedhof, auf dem 70.000 Kriegsgefangene bestattet wurden, ein weiterer Friedhof mit 2.000 Toten war auf einem der umliegenden Hügel angelegt

23. Juni 2020 Kamyschin

Kamyschin ist der Partner des Landkreises Märkisch-Oder. In dessen Namen hat Stefan heute einen Kranz abgelegt hat.

Kamyschin/ Камышин    ist das regionale Zentrum, hat etwa 120.000 Einwohner und liegt am rechten Ufer der Wolga am Wolgograder Stausee, auf halbem Wege zwischen Saratow und Wolgograd. Es hat eine erstaunlich gut erhaltene Atmosphäre einer vorrevolutionären Provinzstadt. Kamyschin wurde 1668 als Dorf gegründet und fungierte im 18. Jahrhundert zeitweise als Festung.

23. Juni 2020 Bingi

Parallel zu der Tour, die Stefan fährt, legte heute, am 23.06.20202, Olga Semken an dem gemeinsamen Wohnort in Bingi, einem Dorf im Ural, einen Kranz nieder.

24. Juni 2020 Wolgograd

Волгоград / Wolgograd

Wolgograd, bis 1925 Zarizyn, von 1925 bis 1961 Stalingrad, ist eine Großstadt mit über einer Million Einwohnern. Sie ist das administrative und wirtschaftliche Zentrum an der unteren Wolga und erstreckt sich heute über ca. 70 Km entlang des Flusses. Die Stadt hat eine sehr bewegte Geschichte. Seit dem 13. Jahrhundert war das Gebiet um Wolgograd von den Mongolen der „Goldenen Horde“ und Tataren besetzt und gehörte wechselnd zu den Khanaten Kazan oder Astrakhan. Gegen 1590 wurde hier eine russische Festung zum Schutz gegen Tataren und Donkosaken erbaut. Durch seine günstige Lage am westlichen Wolgaknie entwickelte sich der Ort zu einem Handels- und Wirtschaftszentrum an der unteren Wolga.

Von 1917 – 1920 tobten in Zarizyn Kämpfe infolge des Bürgerkriegs. Während dieser Zeit war hier Stalin als Armeekommissar tätig. Ihm zu Ehren wurde die Stadt 1925 in Stalingrad umbenannt.  Wolgograd-Stalingrad hat sich jedoch durch die hier tobende Schlacht zwischen deutschen und sowjetischen Truppen von Sommer 1942 bis Februar 1943 in das Gedächtnis der Menschheit geprägt. Hier wurde die 8. deutsche Armee unter General Paulus mit ca. 300.000 Soldaten eingekesselt und besiegt. Etwa 169.000 deutsche Soldaten fielen in diesen schweren Kämpfen, viele weitere starben in Gefangenschaft.  Auch viele Soldaten der Roten Armee ließen ihr Leben im Kampf um Stalingrad. Diese Schlacht brachte die Wende im Kriegsverlauf und leitete den Rückzug der deutschen Wehrmacht bis nach Berlin ein. Die Stadt wurde durch die Kämpfe vollständig zerstört und musste nach dem Krieg völlig neu aufgebaut werden. Die Stadt ist von der Architektur der 50er und 60er Jahre geprägt.  Deshalb ist das Stadtbild heute von einem Retro-„Sowjet Stil“ geprägt. Der ikonische Bahnhof ist dafür ein gutes Beispiel. Mit dem Mamajew-Kurgan entstand auf einem der stark umkämpften Hügel eines der größten Kriegsdenkmäler der Welt. Die Gedenkstätte wurde 1962 eröffnet und umfasst ein Areal von über 200 Hektar. Sie ist den sowjetischen Soldaten sowie den tapferen Zivilisten, Partisanen und Müttern gewidmet. Der Hügel wird gekrönt von einer Riesenfigur der „Mutter Heimat“, die 85 Meter hoch und ca. 8.000 Tonnen schwer ist. Nach Stalins Tod begann in Russland die Entstalinisierung. Stalingrad wurde zu Wolgograd umbenannt. Seit dem Krieg hat sich die Stadt zum Kulturzentrum Südrusslands entwickelt. Die Gegend hat wunderschöne Kirchen und Parks, nicht zuletzt Friedhöfe und Denkmäler. Immer wieder treffen wir beschädigte Gebäude aus der Schlacht von Stalingrad. Sie sind stumme Zeitzeugen der düsteren Tage. Das Berühmteste von ihnen ist das Pawlow-Haus. Es war ein in der Schlacht hart umkämpftes Gebäude und ist zum Wahrzeichen geworden. Daneben befindet sich das Panorama Museum. Dort gibt es eine umfangreiche Ausstellung zum Kampf um Stalingrad. Der Brunnen, dessen Original ursprünglich vor dem Hauptbahnhof stand, zeigt tanzende Kinder um ein Krokodil  – symbolisch für den Sieg über das Böse. Eine Kopie, von russischen Motorradfahrern gestiftet, steht seit 2013 von Präsident Putin eingeweiht, wieder am Originalplatz.

Denkort Bunker Valentin

Heute wurde der erste Gedenkstein zum Gedenken an den U-Bootbunker Valentin  niedergelegt.
Link zur deutschen Seite.
Link zur russischen Seite.

25. Juni 2020 Borrisoglebsk

In BORISSOGLEBSK traf Stefan heute den Vorstand  des deutsch-russischen Freundeskreis und legte gemeinsam mit ihm den Kranz nieder. Der Freundeskreis pflegt eine enge Kooperation mit der Partnerstadt Delmenhors.

Borissoglebsk / Борисоглебск

ist eine Stadt mit 65.000 Einwohnern und nach Woronesch die zweitgrößte Stadt des Gebietes. Sie liegt am Südrand der Oka-Don-Ebene und ging aus einer Festung hervor, die zum Schutz vor Tataren errichtet worden war. Gegründet im 17. Jahrhundert, wurde sie den ersten Heiligen der russisch-orthodoxen Kirche, Boris und Gleb, geweiht. Auf Befehl von Zar Peter dem Großen wurde hier mit dem Bau einer Werft begonnen, an der später das reichlich vorhandene Holz im Schiffbau für die Kriegsflotte verwendet wurde. Die Lage nahe dem Chopjor-Fluss war hierfür günstig; über den Don kamen die Schiffe zum Asowschen Meer.

1923 wurde in Borissoglebsk eine Militärfliegerschule gegründet, zu deren Schülern auch später bekannte Piloten gehörten wie z. B. der Testflieger Waleri Tschkalow oder Wiktor Talalichinder,  Jagdflieger und Held der Sowjetunion . Auch Alexander Ruzkoi, der unter Jelzin Russlands Vizepräsident war, stammt aus dieser Stadt. Vom 19. bis 21. August 1991 (Augustputsch) organisierte Ruzkoi  an der Seite Jelzins und des Moskauer Bürgermeisters Popow die Verteidigung des Weißen Hauses . Das weiße Haus in Moskau ist der Sitz des Obersten Sowjets, vergleichbar dem Deutschen Bundestag.

Borissoglebsk war Schauplatz von Kämpfen während des Vormarsches der Wehrmacht auf Stalingrad, genauso wie bei Rückzugsgefechten.

26. Juni 2020 Woronesch

In Begleitung von Nadeschda und Olga lege ich in Woronesch zwei Kränze nieder. Der erste Kranz für die „Partnerstadt“ Landkreis Wesermarsch und unseren. Die Ende der Schleifen werden erstmals mit einem Betonstück aus dem Bunker Bremen-Farge zusammengeführt.

Die beiden waren von der Idee des Betonstücks so begeistert, dass sie ihn nach der Fotosession sofort wieder entfernt haben – er soll einen Platz im Heimatmuseum von Woronesch bekommen.

Woronesch / Воронеж

ist mit 890.000 Einwohnern die 14. größte Stadt Russlands und liegt etwas östlich der Mittelrussischen Platte oder auch Mittelrussischer Landrücken am Woronesch kurz vor dessen Mündung in den Don. Diese Region ist gekennzeichnet durch hügelige bis bergige Bereiche, in die sich bis zu 150 m tiefe Flusstäler eingegraben haben.

Der Name Woronesch wurde erstmals 1177 erwähnt. 1237 wurde die Stadt beim Einfall mongolisch-tatarischer Heerscharen zerstört. Auf dem heutigen Stadtgebiet von Woronesch wurde dann 1586 ein Ostrog errichtet, eine hölzerne Grenzfestung zum Schutz gegen die häufigen Einfälle von Krimtataren. Als Ort wurde der höchste Hügel am rechten Ufer des Flusses Woronesch gewählt. Von dort aus war die Ebene des linken Flussufers weithin überschaubar, weil von dort mit den Überfällen gerechnet wurde. Nachdem die Festung 1590 niedergebrannt worden war, errichtete man 1594 eine neue umfangreichere Festungsanlage, die auch im folgenden Jahrhundert noch bestand. Die erste schriftliche Erwähnung der Festung stammt aus dem Jahr 1615. Mitte des 17. Jahrhunderts verlor Woronesch mit der Verlagerung der Grenze des russischen Zarenreichs nach Süden seine militärische Bedeutung und galt nun als größtes Handelszentrum im russischen Schwarzerdegebiet.

Zar Peter der Große gründete 1696 in der Stadt eine Schiffswerft zum Aufbau der Asow-Flotte, der ersten russischen Flotte, die die Eroberung des osmanischen Asow ermöglichen sollte. In der Stadt entstanden neue Produktionsstätten: ein Kanonengusswerk, eine Tuchfabrik, eine Segeltuchfabrik, eine Seilfabrik und eine Lederfabrik. Die neu entstandene Flotte gelangte über die Flüsse Woronesch und Don über 1.000 Kilometer flussabwärts ins Asowsche und Schwarze Meer und unterstützte im zweiten der Asowfeldzüge die Eroberung der türkischen Festung Asow. Durch den Schiffsbau erhielt die kleine Siedlung Woronesch plötzlich politische Bedeutung, da Zar Peter häufig in der Stadt weilte, um beim Flottenbau mitzuwirken. Einige diplomatische Vertreter europäischer Staaten ließen sich in Woronesch nieder, und wie in Moskau gab es auch in Woronesch eine deutsche Vorstadt – Sloboda genannt. Als Sloboda – „die Freiheit bezeichnet man eine bäuerliche Siedlung im mittelalterlichen Russland, die sich in der Nähe einer Stadt bildete und in der die Einwohner von Frondienst befreit waren oder sich nur Freibauern ansiedeln durften. 1705 endete die Marine-Geschichte von Woronesch als der Umzug des Schiffbaus nach Tawrow vollzogen wurde und die Stadt erneut an Bedeutung verlor. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Woronesch 1350 Industrie-, Handwerks- und Handelsbetriebe. In den Jahren der ersten Fünfjahrpläne der Sowjetunion entstanden große Industriebetriebe.

Im Zweiten Weltkrieg war die Stadt 1942 bis 1943 nach der Woronesch-Woroschilowgrader Operation 212 Tage lang von der Wehrmacht besetzt und erlitt große Schäden. Am 25. Januar 1943 konnte die Stadt endgültig befreit werden. Etwa 30.000 der 350.000 Einwohner der Stadt kamen in dieser Zeit ums Leben oder wurden zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt. Über 90 % der Stadt wurden bis zur Befreiung der Stadt zerstört.

Als Mahnmal für den Frieden wurde etwa 40 km südwestlich von Woronesch an der P194 in Jemantscha eine Kriegsgräberstätte für 1.143 deutsche Soldaten aus den Jahren 1941-1945 angelegt. Die Namen sind auf drei Stelen aus Granit verzeichnet.

Nach dem Krieg wurde Woronesch wieder aufgebaut. Zwar wurden wichtige Architekturdenkmäler, wie die Nikolski-Kirche und der Potemkin-Palast aus dem 18. Jahrhundert, rekonstruiert, der Großteil des Stadtzentrums wurde jedoch im Zuckerbäckerstil neu gestaltet. Heute ist Woronesch ein bedeutendes Zentrum der Industrie, Wissenschaft und Kultur Russlands. Durch Zuwanderung und Eingemeindung von Vororten wuchs die Einwohnerzahl bis 2016 auf über eine Million Menschen, die gesamte Agglomeration Woronesch hat heute eine Bevölkerungs-zahl von etwa 1,3 Millionen. Die Industriebetriebe der Stadt stellen unter anderen Werkzeug-maschinen, Bagger, Passagierflugzeuge, Bergbauausrüstung her. Außerdem hat sich Woronesch als wichtiges Bildungszentrum etabliert; in der Stadt existieren heute mehr als ein Dutzend Hochschulen, darunter sieben Universitäten, mit insgesamt zirka 80.000 Studierenden, von denen die Staatliche Universität Woronesch die Größte ist.

Woronesch hat in seinem Stadtbild verschiedene Architekturstile vom im Barockstil errichteten Gouverneurspalais bis Gebäuden im Stil des Klassizismus, ebenso Bauten des italienischen Architekts und Malers Giacomo Quarenghi. Nach seinen Entwürfen wurden teilweise bis heute erhaltene Herrenhäuser und Paläste unter anderem in Kursk, Surasch und Woronesch sowie im sibirischen Irkutsk errichtet. Überall in der Stadt gibt es Beispiele der verschiedensten Bauepochen, so auch den stalinistischen Zuckerbäckerstil bei den Theatern und dem Verwaltungsgebäude der Süd-Ost-Eisenbahn oder den Historismus und Jugendstil beim Bristol-Hotel aus dem frühen 20. Jahrhundert. In den 1980er Jahren planten und schufen litauische Maler das Puppentheater und verbanden dabei Architektur und Malerei. Es gibt eine Reihe sehenswerter orthodoxer Kirchen im klassisch-russischen Stil, wie die Mariä-Entschlafens-Kirche sowie zwei bekannte orthodoxe Klöster, darunter ein Höhlenkloster. In einem großen Freilandmuseum ist außerdem eine ausgegrabene altertümliche Siedlung der Alanen zu sehen, eines iranischen Reitervolkes. Rings um Woronesch herum gibt es daneben viele Relikte der Kurgankultur, deren Gemeinsamkeit in Bestattungen unter großen, aus Erde oder Steinen aufgeschütteten Grabhügeln besteht und andere interessante archäologische Objekte.

Heute ist Woronesch die größte Stadt der südwestrussischen Schwarzerderegion und eine der Kornkammern des Landes. Hier sind Betriebe der Maschinenbau-, Chemie- und Nahrungsmittelindustrie angesiedelt. Aus Woronesch stammen unter anderem die in Osteuropa noch weit verbreiteten Verkehrsflugzeugtypen Iljuschin Il-86 und Il-96. Auch Raketenantriebe, Fahrzeugreifen und landwirtschaftliche Geräte werden hier im großen Stil produziert. Um den Fabriken genug Wasser zur Verfügung stellen zu können, wurde 1972 ein künstlicher Stausee angelegt, der die Stadt seitdem in den eher industriell geprägten Teil auf dem linken Ufer und den älteren Teil am rechten Ufer teilt. Es wurde mit dem Bau eines Heizkernkraftwerks mit zwei Reaktoren des Typs AST-500 begonnen. Inzwischen wurde dieser aber eingestellt. In der südlich gelegenen Stadt Nowoworonesch gibt es die Kernkraftwerke Nowoworonesch sowie Nowoworonesch II.

Die Stadt Woronesch wurde aufgrund industriebedingter Verschmutzung im Volksmund auch „Sektor Gasa“ – Gazastreifen genannt. In einem Lied der in Woronesch beheimateten gleich-namigen Punkband heißt es, dass man dort nicht älter als 40 Jahre werde. Das ist vielleicht etwas übertrieben, aber das Stadtbild ist in der Tat in weiten Teilen außerhalb des Stadtkerns industriell geprägt und entsprechend stark verschmutzt.

27. Juni 2020 Kursk

Kursk / Курск liegt im europäischen Teil Russlands und hat ca. 400.000 Einwohner.

Kursk wurde etwa 980 als Festung gegründet und 1032 das erste Mal urkundlich erwähnt. Ausgrabungen deuten jedoch darauf hin, dass eine Besiedlung seit dem 5. Jahrhundert vor Christus existiert. Die Stadt war ein befestigtes Handelszentrum, wurde heftigt umkämpft und hatte wechselnde Besatzer. 1779 erhielt Kursk den Status einer Stadt und in den 1860er-Jahren wurde Kursk zu einem Knotenpunkt im neu geschaffenen Eisenbahnnetz. Folglich erhielt die Industrialisierung einen ernormen Entwickungsschub.
Heute ist Kursk eine bedeutende Verwaltungs- und Industriestadt. Die Eisenverarbeitung, die chemische und die Lebensmittelindustrie sind die wichtigsten Wirtschaftszweige. Von besonderer Bekanntheit ist die Kursker Magnetanomalie (KMA), das weltgrößte bekannte Eisenerzbecken mit durchschnittlichem Eisengehalt zwischen 35 und 60 %. Daneben spielt auch die Landwirtschaft eine wichtige Rolle, da Kursk in der fruchtbaren Schwarzerderegion liegt.

Im Zweiten Weltkrieg war Kursk vom 4. November 1941 bis zum 8. Februar 1943 von der Wehrmacht besetzt. Die Schlacht am Kursker Bogen im Juli und August 1943 gilt als die größte Panzerschlacht in der Geschichte der Kriegsführung. In Kursk bestand das Kriegsgefangenenlager 145 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.
Im Ort Bessedino, 18 km östlich von Kursk, Richtung Woronesch, liegt die deutsche Kriegsgräberstätte Kursk-Bessedino. Als Sammelfriedhof dient sie heute ca. 40.000 Kriegsopfern als letzte Ruhestätte.

Deutsche Partnerstädte von Kursk sind Witten und Speyer.

 

27. Juni 2020 Orjol

Orjol / Орёл deutsch auch Orel, wörtlich „Adler“ liegt an der Oka und hat etwa 318.000 Einwohner. Die Stadt wurde 1566 als Wehrsiedlung am Handelsweg Moskau-Kiew an der damaligen Südgrenze des Moskauer Reiches gegründet. 1611 wurde sie während des Polnisch-Russischen Krieges von den Polen verwüstet und wiederaufgebaut. Mit dem Wachsen des Russischen Reiches verlor die Festung ihre Bedeutung.

Die Stadt Orjol liegt inmitten des fruchtbaren Schwarzerdegebietes und wandelte sich von einer Festungsstadt zu einem Zentrum des Getreideanbaus. Im 19. Jahrhundert wurden Eisenbahnen und Straßen errichtet, und Orjol versorgte Moskau mit Weizen und Mehl. Die Industrialisierung setzte erst während der Sowjetzeit ein.

Das Zentralgefängnis von Orjol wurde 1840 erbaut. Es zählt zu den ältesten Gebäuden der Stadt und war eines der größten Gefängnisse im zaristischen Russland. 1941 wurde das Gefängnis als Isolationsgefängnis für mindestens 5.000 politische Gefangene verwendet. Am 11. September 1941 wurden vor dem Rückzug der Roten Armee auf Befehl Josef Stalins 157 Gefangene durch NKWD-Sondereinheiten im Medwedewer Wald bei Orjol getötet. Unter ihnen war auch Olga Kamenewa, die Witwe von Lew Kamenew, dem Politiker der ersten Stunde, der auch der  „Steinerne“ genannt wurde. Zu den ermordeten gehörte auch die Sozialrevolutionärin und Politikerin Marija Spiridonowa, die Schwester von Leo Trotzki. 1922 wurde sie als erste Frau in den Obersten Sowjet der UdSSR gewählt. Getötet wurde auch der deutsche Journalist und KPD Politiker Erich Birkenhauer. Eine Woche später wurde die Stadt von der deutschen Wehrmacht besetzt und von Oktober 1941 bis Juni 1943 wurde das Gefängnis als Konzentrationslager  genutzt. Nach der Rückeroberung durch die Rote Armee wurde das Gefängnis als Kriegsgefangenenlager genutzt.

Im Zweiten Weltkrieg war Orjol von 1941 bis 1943 von deutschen Truppen besetzt. Im Juli 1943 lag die Stadt im Kampffeld der „Schlacht im Kursker Frontbogen“, die als die größte Panzerschlacht aller Zeiten in die Geschichtsbücher einging. Am 5. August 1943 wurde die Stadt in der Orjoler Operation von der Roten Armee zurückerobert. Die Stadt wurde beim Rückzug der deutschen Truppen im Rahmen der Taktik der Verbrannten Erde vollständig vernichtet.

In den Jahren nach 1945 wurden die Stadt wieder aufgebaut und zahlreiche Industriebetriebe gegründet. Heute ist ein Standort der Metallindustrie und des Maschinenbaus sowie der Nahrungsmittelindustrie. Die Region ist geprägt durch Viehzucht und Milchwirtschaft. Aufgrund ihrer Lage in der fruchtbaren Schwarzerderegion spielt auch  Landwirtschaft wichtige Rolle im Wirtschaftsleben von Orjol.

Das neue Orjol ist auch ein Zentrum von Kulturaktivitäten. Es besitzt mehrere Theater und oft werden Stücke von Iwan Turgenjew gespielt. Turgenjew wurde in Orjol geboren und sein in der Nähe der Stadt gelegenes Landgut ist Museum und kann besucht werden.

28. Juni 2020 Tula

Tula / Ту́ла

Die Großstadt Tula / Ту́ла hat heute über 500.000 Einwohner und liegt knapp 200 km südlich von Moskau. Heute ist Tula eine bedeutende Industriestadt und eines der Zentren der russischen Rüstungsindustrie. Die erste urkundliche Erwähnung Tulas stammt aus der Mitte des12. Jahrhunderts und hat zahlreichen historische Bauwerke, darunter der Kreml aus dem frühen 16. Jahrhundert. 1778 wurde hier in einer Manufaktur der erste Samowar geschaffen, der im Laufe der folgenden Jahrzehnte zu einem Exportschlager der Stadt wurde. Der Samowar „Selbstkocher“, ist eine ursprünglich russische Teemaschine, ein Heißwasserbereiter. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde die Samowarproduktion aus Tula russlandweit so bekannt, dass ein bis heute gängiges Sprichwort entstand „mit eigenem Samowar nach Tula fahren“, was sinngemäß der Redewendung „eine Eule nach Athen tragen“ entspricht, also etwas Überflüssiges tun. Bekannt sind auch die Produktionen von Akkordeons und von Tulaer Prjaniki, der russischen Variante der Lebkuchen.

Während des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg war Tula im Oktober 1941 Angriffsziel der Heeresgruppe Mitte unter Leitung des Generals Guderian, der zuvor Brjansk und das 180 km südlich von Tula gelegene Orjol auf seinem Weg nach Moskau einnehmen konnte. Es kam nun zur Schlacht um Tula, die vom 24. Oktober bis 5. Dezember 1941 dauerte. Erst nach 45 Tagen erbitterter Kämpfe und verlustreicher Kämpfe mit erheblichen Zerstörungen in Tula gelang es der Roten Armee die deutschen Truppen in einer Gegenoffensive zurückzuschlagen. Durch eine schnelle Evakuierung der Rüstungsfabrik konnten größere Schäden für die Rote Armee verhindert werden. Dafür und für die erfolgreiche Verteidigung Tulas wurde der Stadt 1976 der Ehrentitel einer Heldenstadt verliehen. An die Verteidiger der Stadt im Zweiten Weltkrieg erinnert im Zentrum Tulas heute am Ploschtschad Pobedy, dem Siegesplatz, ein Mahnmal mit ewiger Flamme.

29. Juni 2020 Wladimir

Wladimir – Rußland

Wladimir, Hauptstadt des gleichnamigen Gouvernements (vergleichbar mit einem Bundesland von der Größe Brandenburgs), liegt etwa 170 km nordöstlich von Moskau und 2.500 km von Erlangen entfernt, dessen Partnerstadt es ist.

Die Stadt zählt knapp 350.000 Einwohner und ist als ehemalige Hauptstadt der alten Rus, dem Großfürstentum Wladimir-Susdal, für Besucher der Städte am „Goldenen Ring“ von großem Interesse. Der Goldene Ring bezeichnet eine Reihe alter russischer Städte nordöstlich von Moskau.

Gemeinsam mit dem nur 30 km entfernten Susdal, der Partnerstadt von Rothenburg o.d.T., bietet das 995 gegründete Wladimir ein in Russland einmaliges Ensemble von Kirchen, Klöstern und weltlichen Bauten aus der Zeit zwischen dem 11. und 18. Jahrhundert., von denen viele unter dem Schutz der UNESCO stehen. Besonders eindrucksvoll sind die Fresken des Wandermönchs Andrej Rubljow in der Mariä-Entschlafens-Kathedrale und auch das architektonische Kleinod Mariä Schutz am Nerl.

Wladimir ist heute eine moderne Stadt mit einer Vielzahl von leistungsfähigen Instituten und wissenschaftlichen Einrichtungen, einer Pädagogischen und einer Polytechnischen Universität und einer reich strukturierten Wirtschaft, die nach allen Problemen der mittlerweile erfolgten Umstellung vom staatlichen auf den privaten Sektor nach Jahren des Niedergangs wieder Tritt gefasst hat und längst nicht mehr nur von fünf Großbetrieben geprägt wird. Den Bewohnern der Stadt und ihren Besuchern steht ein breites Angebot von kulturellen und sportlichen Einrichtungen – vom Schauspielhaus bis hin zum Stadion – zur Verfügung. Im Gegensatz zu den meisten anderen westrussischen Großstädten wird Wladimir nicht von der Industrie dominiert, sondern der wichtigste Wirtschaftszweig ist heute der Tourismus.

Symbol der Bürgerpartnerschaft zwischen Wladimir und Erlangen ist vor Ort das Erlangen-Haus, das neben dem Rathaus Wladimir als Anlaufstelle für sämtliche Kontakte genutzt wird. Die Verbindung zu Wladimir wurde im März 2002 von Bundespräsident Johannes Rau mit dem „1. Preis für Bürgerschaftliches Engagement in Russland“ ausgezeichnet.

30. Juni 2020 Nischni Novgorod

Nischni Novgorod / Нижний Новгород

Mit ca. 1,5 Millionen Einwohnern liegt Russlands fünftgrößte Stadt am Zusammenfluss von Oka und Wolga und ist die Schmiede an der Wolga, ein bedeutendes Industriezentrum und eine wichtige Universitätsstadt. Im GAS-Automobilwerk, abgekürzt von Gorkowski Awtomobilny Sawod laufen PKW vom Typ Wolga sowie die Gazelle-Kleintransporter und Sammeltaxis vom Band. Danebrn gibt es die Flugzeugwerft, in der nach wie vor MiG Flugzeuge gebaut werden. Mikojan-Gurewitsch, russisch МиГ / MiG, heute Russian Aircraft Corporation (RAC) MiG ist ein Militärflugzeughersteller, spezialisiert auf die Entwicklung und Produktion von Jagdflugzeugen. Seit Ende 2006 gehört das Unternehmen zum neu gegründeten russischen Luftfahrtkonsortium OAK, das aus den größten Flugzeugherstellern Russlands, Suchoi, Mikojan-Gurewitsch, Tupolew, Iljuschin und IRKUT (Berijew und Jakowlew) besteht.

Das OKB Experimental-Konstruktionsbüro unter der Leitung des Armeniers Artjom Iwanowitsch Mikojan und des Ukrainers Michail Iossifowitsch Gurewitsch ging am 25. Dezember 1939 per Regierungsdekret in der Moskauer Flugzeugfabrik Nr. 1 aus dem Konstruktionsbüro unter der Leitung von Nikolai Polikarpow hervor. Das Kürzel MiG bedeutet „Mikojan und Gurewitsch“, wobei das mittlere i das russische Wort für „und“ ist.
Die Serienproduktion des ersten Flugzeugs, der MiG-1 begann ab 1941 und wurde noch im selben Jahr wegen der Bedrohung Moskaus durch die deutschen Truppen nach Kuibyschew verlegt, ins heutige Samara. Zehntausende MiG-Militärflugzeuge wurden hier während des Zweiten Weltkrieges und danach produziert. Dabei handelt es sich bei dem Akronym MiG um ein Wortspiel – russisches Wort für Augenblick oder Moment.
Dazu kommt die Schiffswerft „Krasnoje Sormowo”, die u.a. U-Boote der Kilo-Klasse baut.

Die Altstadt von Nischni Nowgorod liegt auf dem hohen rechten Wolga-Ufer, an dem eine beeindruckende und zu Spaziergängen einladende Uferpromenade entlangführt. Über der Stadt thront ein eindrucksvoller Kreml. „Nischni“, wie die Stadt zärtlich von ihren Einwohnern genannt wird, ist auch die Heimatstadt des Sowjetdichters Maxim Gorki, nach dem die Stadt von 1932 bis 1991 benannt war. Erst seit dem Ende der Sowjetzeit dürfen Ausländer in die Stadt reisen.

Die Stadt wurde 1221 von Juri II. Wsewolodowitsch, dem Großfürsten von Wladimir, am Zusammenfluss der beiden wichtigsten Flüsse seines Reiches, der Wolga und der Oka, gegründet. Die wörtliche Übersetzung von Nischni Nowgorod lautet „Untere Neustadt”, um sie von dem älteren und nördlicher gelegenen (Groß-) Nowgorod zu unterscheiden. Wie Moskau und Twer, gehörte Nischni Nowgorod zu jenen neu gegründeten Städten, die aufgrund ihrer damaligen Bedeutungslosigkeit der Verwüstung durch die Mongolen entgingen.

In der Zeit der Herrschaft der Goldenen Horde vom 13.-15. Jahrhundert, des sog. „Tatarenjochs”, entwickelte sich Nischni Nowgorod dann aber zu einem wichtigen politischen Zentrum. Die Bedeutung der Stadt nahm weiter zu, nachdem es 1350 zur Hauptstadt des Fürstentums Susdal erklärt worden war. Nischni Nowgorod wurde von den Moskowitern vor allem als wichtige Festung bei ihren Kriegen gegen die Kasaner Tataren angesehen. Der gewaltige Kreml aus rotem Ziegelstein, eine der mächtigsten und ältesten erhaltenen russischen Festungen, wurde in den Jahren von 1508 bis 1511 unter der Anleitung von „Peter dem Italiener” errichtet. Als die Tataren die Festung 1520 und 1536 belagerten, erwies sie sich als stark genug und hielt den Angriffen stand.
1612 vertrieb eine Volkswehr, die vom Nischni-Nowgoroder Kaufmann Kusma Minin aufgestellt worden war und vom Fürsten Dmitri Posharski angeführt wurde, die polnischen Truppen aus Moskau und beendete damit die so genannte „Zeit der Wirren“. Die Gebeine Minins liegen im Nischni Nowgoroder Kreml.

Im Verlauf des 17. Jahrhunderts erlebte die Stadt eine wirtschaftliche Blüte und wurde von den Stroganows, einer der reichsten Kaufmannsfamilien Russlands, als Stützpunkt und Niederlassung für ihre Unternehmungen gewählt. Um 1850 entwickelte sie sich zur Drehscheibe des russischen Handels und später zu einer Industrie-Metropole. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Stadt eines der wichtigsten Industriezentren des Landes. Das trostlose Leben des Proletariats in dieser Stadt wird in den Romanen von Maxim Gorki, der in Nischni Nowgorod geboren wurde, realistisch beschrieben. Eine berühmte Redensart, die Nischni Nowgorods Bedeutung als Handelsstadt widerspiegelt, lautet: ‘Moskau ist das Herz Russlands, Petersburg der Kopf und Nischni Nowgorod seine Tasche‘.
Nachdem Maxim Gorki offiziell als proletarischer Schriftsteller anerkannt worden war, wurde die Stadt 1932 in Gorki / Горький umbenannt. Erst nach der politischen Wende erhielt sie 1990 ihren alten Namen zurück. In den 1930er Jahren erhielt Gorki den Status einer „geschlossenen Stadt”, die von Ausländern nicht besucht werden durfte. Grund waren die hier ansässigen Rüstungsbetriebe. Erst 1991 wurde die Stadt wieder für Besucher geöffnet.

Während des Zweiten Weltkrieges stieg die Stadt zum größten Rüstungsstandort des Landes auf. 1941 wurden am Stadtrand Panzersperren errichtet und die Produktion von Rüstungsgütern erweitert. Auch Munition und die bekannten Katjuscha-Raketen „Stalin-Orgeln“ wurden nun hier produziert. Bis 1945 flog die deutsche Luftwaffe 47 Angriffe auf die Stadt, um die Rüstungsbetriebe zu zerstören.

Von 1980 bis 1986 war die Stadt der Verbannungsort des Atomphysikers Andrei Sacharow. Sacharow war beim kommunistischen Regime in Ungnade gefallen, nachdem er sich gegen den Einzug der sowjetischen Truppen in Afghanistan ausgesprochen hatte. Er wurde aus Moskau ausgewiesen und lebte in Gorki in einer Plattenbausiedlung unter ständiger Überwachung durch den KGB. 1986 bekam er von Michail Gorbatschow die Erlaubnis, nach Moskau zurückzukehren. Die Wohnung, in der er damals lebte, kann heute als Sacharow-Museum besichtigt werden. Bereits in der Zeit der Perestroika und bis in die 1990er Jahre hinein galt die Stadt als Vorreiter marktwirtschaftlicher Reformen. Während andere Regionen Russlands noch am alten System festhielten, zeigte man sich hier besonders fortschrittlich. Scheinbar endlos ziehen sich die Industriebetriebe und die Vororte Nischni Nowgorods hin, bis wir unser Hotel erreichen. Nischni Nowgorod liegt an der Strecke der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Wladiwostok. Der Hauptbahnhof heißt Moskauer Bahnhof / Gorkii Moskovskii Wokzal.

Vom Hafen der Stadt ist auch Schifffahrt auf der Wolga in Richtung Kaspisches Meer, Ostsee, Weißes Meer, Schwarzes Meer und Asowsches Meer möglich. Unter Kunstinteressierten wird Nischni Nowgorod als Architektur-Mekka Russlands bezeichnet. Das kommt daher, dass es hier ein besonders sehenswertes Ensemble aus einer prächtigen historischen Altstadt und einer Vielzahl architektonisch interessanter moderner Bauten gibt. So ist Nischni Nowgorod ein einzigartiges Prunkstück in Russland. Der Nischni Nowgoroder Kreml ist das historische Zentrum der Stadt. Der Bau begann 1501 mit dem Iwanowskaja-Turm. Weitere Baumaßnahmen wurden 1515 abgeschlossen. Unterhalb des Kremls befindet sich ein Aussichtspunkt am Zusammenfluss der Oka und der Wolga. In der Altstadt lässt sich eine Vielzahl von Bauwerken aller Stilepochen vom 17. Jahrhundert bis in die Neuzeit finden.

30. Juni 2020 Dserschinsk

Dserschinsk / Дзержинск

Die Großstadt am Fluss Oka unweit von Nischni Nowgorod hat etwa 241.000 Einwohner. Sie wurde 1920 gegründet und hieß zunächst Rastjapino / Растя́пино, 1929 wurde sie nach dem Bolschewiken und Gründer der Tscheka, Felix Dserschinski, in Dserschinsk umbenannt. 1930 gab die sowjetische Führung den Befehl, am Ort der Siedlung Rastjapino eine große Industriestadt anzulegen. Dserschinsk entwickelte sich zu einem der wichtigsten Chemie-Industriestandorte in der Sowjetunion, was mit enormen Umweltbelastungen verbunden war. Die Stadt wurde im Oktober 2006 von der Umweltorganisation Blacksmith Institute zu einem der am stärksten verseuchten Orte der Welt gewählt. Diese „Nominierung“ wurde 2007 und 2013 jeweils erneuert, da die Sanierung auf sich warten lässt. In Dserschinsk hätten Männer demnach eine Lebenserwartung von 42 Jahren und Frauen von 47 Jahren. Die Stadt war zur Zeit des Kalten Krieges ein Zentrum für die Herstellung der sowjetischen Chemiewaffen, darunter Sarin und Senfgas. Die dabei verwendeten Chemikalien wurden in einer Wasser führenden Bodenschicht abgelagert, die auch die Stadt mit Trinkwasser versorgt.

In der Nähe von Dserschinsk steht ein einzigartiger hyperbolischer NIGRES-Stromlei­tungsmast, der im Jahre 1929 vom russischen Ingenieur und Erfinder Wladimir Schuchow errichtet wurde. Dieser Stromleitungsmast ist ein 128 Meter hoher hyperbolischer Freileitungsmast am Oka-Ufer. Er wurde 1929 als einer von zwei gleichen Hochspannungs-leitungstürmen errichtet. Nach der Verlegung der Hochspannungsstrecke und dem Entfernen der Leitungen waren die Masten seit 1989 ohne Funktion. Vier kleinere Zuführungsmasten wurden entfernt.  Dann wurde auch im März 2005 einer der beiden verbliebenen großen Masten abgerissen. Obwohl die beiden großen Masten die Last der Stromleitungskabel zu tragen hatten, sind sie leichter und feinteiliger konstruiert als der Schuchow-Radioturm in Moskau. Die schrittweise Änderung der Gitterstruktur von unten nach oben folgt klareren Regeln.

2. Juli 2020 Kasan

Kasan / Казань
Die Hauptstadt der autonomen Teilrepublik Tatarstan ist eine der „asiatischsten“ Städte Russlands und eines der schönsten Reiseziele entlang der Wolga. Die Bevölkerung besteht je etwa zur Hälfte aus Russen und Tataren. In der großen Altstadt sind noch viele Bürgerhäuser, Kirchen und Moscheen aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten.
Im Mittelalter war Kasan die blühende Hauptstadt des Tataren-Khanats, die von den Truppen Iwans des Schrecklichen aber vollständig zerstört wurde. Wahrzeichen der Stadt und Legenden zufolge ist das einzige Gebäude, das die Eroberung der Stadt durch die Russen überstand, der Sujumbeke-Turm im Kasaner Kreml, der in seiner Schiefheit dem von Pisa nicht viel nachsteht. Kasan hat heute über eine Million Einwohner und hat etliche Museen und Theater. Im Vorfeld der 1000-Jahrfeier von 2005 wurde die Stadt sehr renoviert. Es entstand eine Fußgängerzone und eine erste Metrolinie.

Kasan ist bekannt als Heimat des führenden russischen Hockeyclubs Ak Bars. 2008 holten zudem die Kicker von Rubin die russische Fußballmeisterschaft. 2013 fand in der sportlichen Wolga-Metropole die Universiade statt, Schauplatz der Weltsportspiele für Studenten. Einige der Spiele der Fussball-WM wurden in der Kasan-Arena ausgetragen.
Zwar ist Kasan eine Millionenstadt, doch das Zentrum mit den Hauptsehenswürdigkeiten ist relativ kompakt und kann größtenteils zu Fuß erkundet werden. Historisch war die Stadt im Verlauf mehrerer Jahrhunderte durch den Wolga-Zufluss Bulak in zwei Teile geteilt, eine russische Ober- und eine tatarische Unterstadt.


Kasaner Kreml

Beeindruckend ist der Kasaner Kreml. Auf dem Gelände befand sich einst die Residenz des Khans und damit das Zentrum des Tatarenreichs. Der Herrscherpalast wurde von den Truppen Iwans des Schrecklichen dem Erdboden gleichgemacht. Alle Gebäude des Kasaner Kremls stammen aus der Zeit nach der russischen Eroberung. Außer dem Sujumbeki-Turm befinden sich im Kreml auch die 1556-1562 erbaute majestätische Verkündigungs-Kathedrale, die älteste orthodoxe Kathedrale im mittleren Wolgagebiet, und der Amtssitz des tatarischen Präsidenten.

Erst seit wenigen Jahren wird das gesamte Ensemble von der neu erbauten Kul-Scherif-Moschee überragt. Das Gotteshaus mit seinen vier Minaretten hebt sich in Größe und Baustil deutlich von allen anderen Moscheen der Stadt ab und entspricht angeblich einem gleichnamigen Bau aus der vorrussischen Zeit. Südöstlich des Kremls beeindruckt vor allem die im Barock-Stil erbaute orthodoxe Peter-Paul-Kathedrale, die an einen Besuch von Zar Peter dem Großen in der Wolgastadt erinnern soll. Die bunt verzierte Kirche befindet sich in der Uliza Mussy Dschalil. Die wichtigste Einkaufsstraße von Kasan ist die Fußgängerzone Uliza Baumana. Hier befinden sich viele Restaurants und Cafés, Buch- und Andenkenläden und der erste tatarische McDonalds. Neben dem Glockenturm der Erscheinungskirche und unweit des Hotels „Tatarstan“ erinnert ein Denkmal an den Opernsänger Fjodor Schaljapin, der aus Kasan stammte.

3. Juli 2020 Ischewsk

Ischewsk / Ижевск,
Ischewsk ist seit 1921 die Hauptstadt der Republik Udmurtien und hat 627.734 Einwohner. Der Ort entstand 1760 als Arbeitersiedlung unter dem Namen Ischewski sawod am Ufer der Isch, einem Nebenflusses der Kama. 1918 erhielt er die Stadtrechte und seinen heutigen Namen. Zu Ehren des 1984 verstorbenen Marschalls Dmitri Ustinow hieß sie von 1984 bis 1987 vorübergehend Ustinow (Устинов).

Die gute Wasserversorgung und die naheliegenden Eisenerzvorkommen prädestinierten Ischewsk für die Eisenproduktion und unter Zar Alexander I. wurde 1775 eine Waffenfabrik errichtet. Zu diesem Zweck wurden auch Fachkräfte aus Deutschland, Dänemark und Schweden sowie Bergleuteaus dem Ural rekrutiert. Und so kam es, dass 1807 der Deutsche Friedrich Poppe zum Hauptwaffenmeister ernannt wurde. Die Stadt ist auch heute noch durch die Waffenindustrie geprägt. Sie gilt neben Tula, als die „Waffenschmiede Russlands“. Der prominente russische Waffenkonstrukteur Michail Kalaschnikow lebte hier bis zu seinem Tod.

Besonders bekannt sind die Ischmasch-Maschinenwerke. Sie entstanden im Zweiten Weltkrieg und sind die Zusammenlegung von Teilen von Fabriken, die aus dem Westen der Sowjetunion hierher verlegt wurden. Hauptsächlich produzierte sie Kleinwaffen und Autos. 1946 wurden in den Ischmasch-Werken die im sächsischen Zschopau demontierten Motorrad-Fertigungsanlagen des DKW-Werkes wieder aufgebaut. Auf der Grundlage der DKW wurden dann die Isch-Motorräder gefertigt. Die Produktion ist seit Jahren eingestellt, aber die Motorräder sind noch zahlreich auf russischen Straßen sichtbar. Seit 2015 wird in Ischewsk der Lada Vesta gebaut. Darüber hinaus gibt es noch mehrere große Industriebetriebe.

Die Hauptstadt Udmurtiens verfügt über zahlreiche allgemeinbildende Schulen und fünf Hochschulen. Außerdem gibt es eine medizinische und eine landwirtschaftliche Akademie sowie mehrere Berufsschulen. Die Stadt besitzt rund 30 Bibliotheken. Die größte Bibliothek in Ischewsk und der ganzen Region ist die Nationale Bibliothek der Republik Udmurtien. Sie wurde im Jahr 1918 gegründet.

Besondere Bauwerke sind die Sankt-Michaels-Kathedrale, der Sendeturm Pesotschnaja oder das Monument der Freundschaft. Die Besonderheit des Sendeturms sind sechs Querträger, die auf zwei Ebenen eingezogen sind und dem Bauwerk ein markantes Aussehen verleihen. Das Monument der russisch-udmurtischen Freundschaft aus dem Jahr 1972 wurde anlässlich des 400. Jahrestages des freiwilligen Beitritts Udmurtiens zu Russland errichtet. Aufgrund seiner optischen Ähnlichkeit mit zwei Skiern wird es von den Stadtbewohnern häufig „Skier der Kulakowa“ genannt. Erinnert wird damit an die berühmte udmurtische Skilangläuferin Galina Kulakowa. Die 1915 fertig gestellte Erzengel-Michael-Kathedrale wurde auf Initiative der Atheisten im Jahr 1937 abgerissen. Zur Feier der 200-jährigen Waffenproduktion wurde sie 2007 jedoch wiedererrichtet.
Eine weitere Besonderheit ist das Tatarenviertel. Es ist größtenteils noch mit traditionellen russischen Holzhäusern in Blockbauweise bebaut. Dazu findet man eine Moschee, denn die Republik Udmurtien grenzt an die  Republik Tatarstan und bildet die nördliche Grenze zum islamischen Glauben in Russland.

Ischewsk St. Michaels Kathedrale
St. Michaels Kathedrale
ischewsk Metallwerk
Metallwerk
Ischewsk Kalaschnikow Museum
Kalaschnikow Museum

die Unterzeichner

Olga & stefan semken *Bremen & Bingi

Jürgen Grieschat *Pinneberg

MOTTOUREN *Hamburg

Deutsch-Russische Friedenstage e.V.*Bremen

Rotary Club Nymphenburg *München

Ulrike & Thomas Dökel *Bremen

Eberhard-Schöck-Stiftung *Baden-Baden

Jürgen von Reuss *Göttingen
(Architekt des D-Soldatenfriedhof Rossoschka)

Prof. Dr. Martin Sillem *Mannheim

Gabi & Rainer Rathje *Schenefeld

Arne B. *Dresden

Lions Club *Coburg Veste

Kolja Horsch *Darmstadt

Davide Basezzi Bergamo – Italien

Koch-Metschnikow-Forum e.V. *Berlin

Holger und Frank *Elmshorn

Klaus Dörner *Düsseldorf

C. Kröger *Hamburg

Gerda & Herbert Höckel *Reichenbach/Fils

Adelby1 gGmbH *Flensburg

Steffen Knorre *Bautzen

Rotary Club *Herzberg/Elsterland

OOO Delcredo Moskau

Familie Schilowitsch *Oyten

Ulla Petow *Kiel

RSP International Moskau

Deutschland-Russland/Dagestan e.V. *Hatten

Ralf Wegener *Bremerhaven

Firma Netex Romania Cluj Napoca – Rumänien

LOGO e.V. *Lienen

Firma Ebner LANDY *Göttingen

Clotilde von Rintelen *Wiesbaden
(Nachkomme A.S.Puschkin + Zar Alexander II)

Freidenker Ortsverband *Hamburg

Dr. Helga Lemme *Leipzig

Magret Bonin *Neumünster

Gegen Vergessen e.V. *Berlin

Michael Oberhofer Dornbirn – Österreich

Jens Becker *Hannover

Horst Otto *Bremen

Familie Woltemade *Sandkrug

Jörg Werner *Frankfurt

Stephanie Hopfner *Ingolstadt

Ahmed Sawi Voss *Bamberg

Heikki Karjalainen Tampere – Finnland

Jens *Hamburg

Verena Udluft *Würzburg

Ursula Bally-Fahr *Gottmadingen

B. Heller & M. Schmidt *Bremen

Roberto Victoria Madrid – Spanien

Dr. Hermann Grabhorn *Düsseldorf

Werner Bollmann *Dresden

Dr. Emilio Valoti Bergamo – Italien

Ingrid Schott *Wiesbaden

Dr. Leo Ensel *Oldenburg

Marion Pokorny-Otto *Bremen

Claudia Rehklau *Memmingen

Familie Göttsche *Neumünster

Nadine Jäger *Wiesbaden

Familie Tschirschky *Leipzig

Harald Reuter *Wuppertal

Deutsch-Russische-Gesellschaft e.V. *Kraichgau

Jürgen Mikat *Essen

R. + R. Schilberg *Hannover

Herbert Wehe *Bremen

Peter Dammann *Jorg

Christian Kaufmann Dornbirn – Österreich

Matthias Robke *Seeheim-Jugenheim

Familie Hurtig *Wedel

Christian Baum *München

Franziska Korff Zürich – Schweiz

Andrea Rehmsmeier *Hannover

Mathias Hamann *Rothnaußlitz

Christian Schnepf *Mühldorf

Leo Töpperwein *Berlin

PD Dr. Olga Dolnik & Jörg Weiß *Amöneburg

Iina Siira Helsinki – Finnland

* = deutsche Städte

подписанты

Ольга и Штефан Земкен *Бремен/Быньги

Юрген Гришат *Пиннеберг

MOTTOUREN *Гамбург

фонд Немецко-Российские Дни Мира  *Бремен

Ротари Клуб Нимфенбург *Мюнхен

Ульрике и Томас Дёкель *Бремен

Фонд Эберхард-Шёк*Баден-Баден

Юрген фон Рейс *Гёттинген
(Архитектор Россошкинского немецкого военного кладбища)

Профессор Мартин Силлем *Мангейм

Габи и Райнер Ратье *Шенефельд

Арне Б. *Дрезден

Клуб львов *Кобург-Весте

Коля Хорш *Дармштадт

Давиде Базецци Бергамо – Италия

Кох-Метшников-Форум *Берлин

Хольгер и Франк *Эльмсхорн

Клаус Дёрнер *Дюссельдорф

К. Крегер *Гамбург

Герда и Герберт Хеккель *Райхенбах

Фонд Adelby1 *Фленсбург

Штеффен Кнорре *Баутцен

Ротари Клуб *Херцберг / Эльстерланд

ООО Делькредо Москва

Семья Шилович *Ойтенv

Улла Петов *Киль

RSP International Москва

Фонд Германия-Россия / Дагестан *Хаттен

Ральф Вегенер *Бремерхафен

Фирма Нетекс Клуж-Напока – Румыния

Фонд LOGO *Унна

Фирма Эбнер LANDY *Геттинген

Клотильда фон Ринтелен *Висбаден
Праправнучка А.С. Пущкин + Зар Александр II

Фонд Свободомыслие *Гамбург

Д-р Хельга Леммe *Лейпциг

Маргот Бонин *Ноймюнстер

Фонд „Против забыть“ *Берлин

Михаэль Оберхофер Дорнбирн – Австрия

Йенс Беккер *Ганновер

Хорст Отто *Бремен

Семья Шолтемаде *Сандькруг

Йорг Вернер *Франкфурт

Стефани Хопфнер *Ингольштадт

Амед Сави Восс *Бамберг

Хейкки Карьялайнен Тампере – Финляндия

Йенс *Гамбург

Верена Удлуфт *Вюрцбург

Урсула Балли-Фар *Готтмадинген

Б. Хеллер и М. Шмидт *Бремен

Роберто Виктория Мадрид – Испания

Д-р Герман Грабхорн *Дюссельдорф

Вернер Боллманн *Дрезден

Д-р Эмилио Валоти Бергамо – Италия

Ингрид Шотт *Висбаден

Д-р Лео Энсель *Ольденбург

Марион Покорный-Отто *Бремен

Клаудия Рехлау *Мемминген

Семья Гёттш *Ноймюнстер

Надин Ягер *Висбаден

Семья Чиршки *Лейпциг

Харальд Рейтер *Вупперталь

фонд немецко-российского общества *Крайхгау

Юрген Микат *Эссен

Р. + Р. Шилберг *Ганновер

Герберт Вехе *Бремен

Питер Дамманн *Йорк

Кристиан Кауфманн Дорнбирн – Австрия

Матиас Робке *Зеехайм-Югенхайм

Семья Хуртиг *Ведель

Кристиан Баум *Мюнхен

Франциска Корфф Цюрих – Швейцария

Андреа Ремсмеиер *Ганновер

Матиас Хаман *РотнауЗлитЗ

Кристиан Шнепф *Мюльдорф-ам-Инн

Лео Теппервайн *Берлин

Проф. Ольга Дольник и Йорг Вайс *Аменебург

Лина Сиира Хельсинки – Финляндия

* = немецкие города

Repräsentant   ||   представитель 

Offenbach am Main

Оффенбах на Майне

Linz

Linz (A)

Линц (А)

Delmenhorst

Delmenhorst

Дельменхорст

Gera

Gera

Гера

Märkisch Oderland

Märkisch-Oderland

Мэркиш-Одерланд

Erlangen

Erlangen

Эрланген

Landkreis Wesermarsch
Ландкреис Шесермарш
Zerbst

Zerbst/ Anhalt
Цербст

Kontakt


Контакты в России: Ольга земкен +7 9000 46 12 48 или semkende @ gmail. com